Personalie
Vorzeigemanager Marco Gadola wird Präsident der Basler Firma Medartis

Der 57-Jährige beerbt den Firmengründer Thomas Straumann. Gadola, der auch als FCB-Verwaltungsrat gehandelt wird, zieht demnächst in das Spitzengremium des Messebetreibers MCH Group ein.

Andreas Möckli
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Der langjährige Straumann-Chef Marco Gadola ist mittlerweile Multi-Verwaltungsrat.

Der langjährige Straumann-Chef Marco Gadola ist mittlerweile Multi-Verwaltungsrat.

Bild: Christian Beutler/KEYSTONE

Marco Gadola hat sich als Finanz- und Firmenchef diverser Unternehmen einen Namen gemacht. Seit seinem Rückzug als Chef des Basler Zahnimplantate-Herstellers Straumann hat der 57-Jährige zahlreiche Verwaltungsratsmandate gesammelt. Bei der Basler Medtechfirma Medartis sitzt er zwar bereits im Gremium. Nun übernimmt er das Präsidium.

Nötig wurde dies, weil Firmengründer Thomas Straumann (57) das Präsidentenamt abgibt, allerdings im Verwaltungsrat bleibt. Dem Medtech-Unternehmer und Besitzer des Basler Hotels Trois Rois gehören knapp 48 Prozent von Medartis. Die Firma wird seit dem Jahr 2018 an der Börse gehandelt. Straumann hat zudem den gleichnamigen Zahnimplantate-Hersteller gross gemacht.

Gadola und Straumann kennen sich also schon länger. Der Schritt leuchtet so gesehen ein. Gadola, der als möglicher Kandidat für den Verwaltungsrat des FC Basel gehandelt wird, verfügt mittlerweile über einen ganzen Strauss von Mandaten. Seine vielen Wechsel machen es nicht einfach, die Übersicht zu behalten.

Von Calida bis zur MCH Group

Sein gewichtigstes Mandat ist das Präsidium des wenig bekannten Zürcher Handelskonzerns DKSH. Das Unternehmen beschäftigt knapp 32'000 Mitarbeiter und bringt einen Börsenwert von 4,7 Milliarden Franken auf die Waage. Neben der Firma Straumann sitzt Gadola im Verwaltungsrat der Kleidungshersteller Calida und Tally Weijl, Letztere ebenfalls mit Sitz in Basel. Bei Calida hat Gadola jedoch bereits den Rückzug bekanntgegeben, auch wenn erst auf die Generalversammlung (GV) im nächsten Jahr.

Mit dem Messebetreiber MCH Group kommt ein weiteres Basler Unternehmen hinzu. Dort ist er als Vizepräsident vorgeschlagen. Die GV findet Ende April statt. Dort war er zunächst als Präsident vorgesehen, muss sich nun aber mit dem Posten des Vizepräsidenten zufriedengeben. Der neue Grossaktionär James Murdoch hat seinen Kandidaten Andrea Zappia durchgesetzt.

«Abweichende Meinungen muss man eben hinnehmen»

Zu Beginn seiner Verwaltungsratskarriere musste sich Gadola einige Kritik anhören. Die «Sonntags-Zeitung» sprach von Ämterkumulation und Machtballung. Die Mandatsanfragen seien «ein bisschen wellenförmig» gekommen, da könne man sich von aussen schon fragen, was da eigentlich passiere, sagte er zum Wirtschaftsmagazin «Bilanz» vor zwei Jahren darauf angesprochen. «Ich hatte das Glück, über Jahre sehr gute Presse zu haben, und abweichende Meinungen muss man eben hinnehmen», sagte er damals.

Für ihn sei schon beim Antritt des Straumann-Chefpostens klar gewesen, «dass ich diesen Job nicht bis zu meiner Pensionierung machen möchte, sondern so etwa sieben Jahre». Dies liege bereits klar über der durchschnittlichen Chef-Verweildauer. Man solle nicht bis zur Ermattung ausharren, bis man müde sei. Zudem tue es jeder Firma gut, wenn oben jemand mit frischem Blick sitze, der noch keine Routine kenne.

Von der «Bilanz» wurde Gadola als eher bescheiden beschrieben. Er lebe nicht allzu aufwendig, extravagante Fahrzeugsammlungen seien keine aktenkundig. Im Raum Basel soll er eine Dreizimmerwohnung gemietet haben, in Engelberg gehöre ihm eine «Bleibe».