Warnbrief
Nachstellung von Szenen aus «Squid Game»: Basler Schulkreis zeigt sich besorgt und wendet sich an Eltern

Schon in den vergangenen Wochen machten Meldungen von besorgten Eltern und Schulleitungen aus der ganzen Schweiz die Runde. Kinder spielen Szenen aus der Netflix-Serie «Squid Game» nach. Vereinzelt kam es gar zu Verletzungen.

Lea Meister Jetzt kommentieren
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Die Erfolgsserie ist nicht für Kinder produziert. Dennoch schauen sich auch Kindergartenkinder die Serie an.

Die Erfolgsserie ist nicht für Kinder produziert. Dennoch schauen sich auch Kindergartenkinder die Serie an.

Netflix

Seit Wochen werden immer wieder Meldungen laut über Schülerinnen und Schüler, die auf Pausenhöfen Szenen aus der Erfolgsserie nachspielen. Nun scheint die Problematik auch im Kanton Basel-Stadt angekommen zu sein.

Magdalena Mathys und Christa Gilliéron von der Primarschule Bläsi haben jetzt einen Warnbrief an die Eltern verfasst. Der Brief gelangte auch an die Eltern der Kindergartenkinder.

«Schon vor den Herbstferien beobachteten wir mit Sorge, dass Inhalte dieser Serie von unseren Primarschüler*innen nachgespielt werden. Das intensive Nachspielen bedeutet, dass das Thema von den Kindern verarbeitet werden muss», steht darin (der Originalbrief wurde der bz zugestellt). In der Serie werden Pausenplatzspiele zur tödlichen Herausforderung für 456 hochverschuldete Menschen. 264 sterben in der ersten Folge. Mit jedem Toten wächst das Preisgeld um 100 Millionen Won.

Medienkonsum von Kindern soll kontrolliert werden

Auch die Schulleitung der Primarschule Theodor zeigt sich gegenüber «Nau.ch» besorgt: «Exzessive Gewaltdarstellungen werden von der Psyche jüngerer Kinder nicht verarbeitet.» Die Serie könne Konzentrationsstörungen und Schlafprobleme auslösen, ausserdem könne die psychische Entwicklung beeinträchtigt werden.

Man habe beobachtet, dass sogar Kindergartenkinder Szenen aus der Serie nachspielten. Laut «Nau.ch» werden die Lehrerinnen und Lehrer das Thema mit den Schülerinnen und Schülern ansprechen. Das Nachstellen von gewalttätigen Szenen solle dringlichst unterbunden werden.

Der Brief endet mit einem Aufruf an die Eltern, den Medienkonsum ihrer Kinder zu kontrollieren und die Altersgrenzen zu beachten. «Liebe Eltern, der Konsum von Bier ist erst ab 16 Jahren erlaubt. Bei «Squid Game» liegt diese Altersgrenze bei 16 Jahren. Genau so schädigend wie Alkohol für die Entwicklung Ihres Kindes ist, ist der Konsum von ungeeigneten Medien», heisst es weiter.

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