Vor vier Jahren fand das Eröffnungsspiel Schweiz gegen Tschechien im St. Jakob-Park statt. Es war der Startschuss für die Euro 2008 - ein intensives dreiwöchiges Fussballfest, welches Basel fest im Griff hatte und bis heute prägt.

«Jetzt erleben wir fast jeden Tag ein Déjà-vu», lacht Sabine Horvath, Leiterin des Basler Standort-Marketings. Sie hat vor vier Jahren die nichtsportlichen Anlässe in der Stadt organisiert. «Wir konnten unser Image im Vergleich zu den anderen Städten messbar verbessern.

Euroaustragung hat auch Einfluss au die Weltausstellung

Das liegt daran, dass Basel Hauptaustragungsort der Euro in der Schweiz war und wir einen enormen Medienansturm hatten», sagt sie. Der Kanton habe sich viel Know-how beim Organisieren von Grossanlässen aneignen können, was sich bis heute positiv auswirke, ist Horvath überzeugt.

Ausserdem habe sich die Beziehung zu den anderen Städten, die Austragungsorte waren, stark verbessert: «Der gemeinsame Auftritt von Basel, Zürich und Genf an der Weltausstellung in Schanghai ist zum Teil auch auf die Euro zurückzuführen.» Für die Weltausstellung 2015 prüfe man bereits ein gemeinsames Projekt.

Rayonverbot getestet

Auch im Bereich Sicherheit ist die Euro weiterhin spürbar. «Die Europameisterschaft ist die drittgrösste Veranstaltung der Welt. Erfahrungen auf dieser Flughöhe zu machen, war unglaublich wertvoll. Zum Beispiel in der Deeskalation oder in polizeitaktischen Dingen», sagt Peter Kötter. Er war damals stellvertretender Sicherheitschef der Host-City Basel. Konkret wurden an der Euro 08 Massnahmen wie Platzverweise oder das Rayonverbot eingeführt und zum ersten Mal getestet.

Sie wurden später ins umstrittene Hooligankonkordat aufgenommen, welches heute Grundlage für die Bekämpfung von Gewalt rund um Sportveranstaltungen ist. «Aus polizeilicher Sicht haben sich die Massnahmen bewährt. Deshalb hat man sie auch beibehalten», sagt Kötter, der heute Leiter der Sicherheitspolizei bei der Basler Polizei ist.

Auch er hebt die damals gemachten Kontakte hervor. An der Euro arbeiteten in Basel die Polizei, die Sanität, die Feuerwehr und das Militär eng zusammen. Dadurch seien Verbindungen entstanden, die bis heute Bestand hätten, sagt Kötter. «Noch heute sagen wir manchmal: ‹Weisst du noch damals an der Euro?›»

Die emotionalen Höhepunkte bleiben in den Köpfen

In den Köpfen der Menschen sind wohl aber vor allem die emotionalen Höhepunkte des Fussballfests haften geblieben. Zum Beispiel Alex Frei, wie er im Startspiel unter Tränen verletzt das Feld räumen muss. Der dramatische Regenmatch Schweiz gegen die Türkei. Und natürlich die sympathischen, feierfreudigen Holländer, die Basel vor dem Viertelfinal gegen Russland in Beschlag nahmen.