Was sollen die Geheimnisse?

Benjamin Wieland
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Nach jedem Fasnachtswochenende, ja, nach jedem grösseren Fest verschickt die Polizei ein Communiqué. Während des Coronalockdowns jedoch geben die Sicherheitsorgane in den beiden Basel kaum Informationen preis. Die Anfragen dieser Zeitung nach Zahlen, aufgeschlüsselt nach groben Deliktgruppen, werden fast unisono abgewiesen mit: «Geben wir nicht bekannt.»

Unverständlich! Gerade in einer Notlage ist es sinnvoll, zu informieren. Klar ist: Die Grenzwache verrät nicht, wo und wann ihre Leute unterwegs sind. Das wäre töricht. Und die Polizei wäre gut beraten, nicht an die grosse Glocke zu hängen, wenn sie etwa am Anschlag wäre. Solche Informationen gehören – zumindest solange die Notlage anhält – nicht an die Öffentlichkeit. Aber das hat auch niemand verlangt. Gefragt sind Trends und Zwischenbilanzen. Auch das Argument, die Bevölkerung könne aufgrund von Zahlen aufgeschreckt sein, zieht nicht. Denn dann dürfte das Bundesamt für Gesundheit nicht täglich bekannt geben, wie viele Menschen neu an Covid-19 erkrankt sind.

Darum: Raus mit den Zahlen! In einem Lockdown, der nun schon einen Monat dauert, ist Transparenz gefragter denn je. Die mündigen Bürger müssen sich selber ein Bild der Lage machen können. Nur, wer den Behörden vertraut, hält sich auch an ihre Anordnungen.