Wasserschlacht
4056 versus 4057: Meerjungfrau badet in Wasserballonen

Superman und Wrestler gegen Meerjungfrau und Rambo – die gestrige Ausgabe der Basler Wasserschlacht brachte ihre eigenen Helden hervor.

Tanja Opiasa-Bangerter
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Zwei kleine Spritzpistolen gegen eine grosse: Wer wurde wohl nasser? Am Samstag trafen sich viele zur alljährlichen Wasserschlacht auf der Dreirosenbrücke.
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Auch die kleinsten waren schon dabei.
Bewaffnet mit Badehose und Wasserpistole warf sich dieser junge Mann ins Gefecht.
Geduckt und weggerannt!
Hat sie wohl getroffen?
Das Dreamteam.
Auch Superman war an der Wasserschlacht dabei.
Sie wagte sich in die erste Reihe.
Auch abwehren muss man können. Ein Junge brachte ein Schild zur Schlacht auf der Brücke.
Er wagte sich damit mitten ins Getümmel.
Das Wasser spritzte nur so auf der Dreirosenbrücke.
Ein Jugendlicher mit Wasserpistole gibt vollen Einsatz...
...und erwischt wohl nicht nur Schilder.
Es scheint Spass zu machen.
Auch Verkleidungen kamen nicht zu kurz.
Mit Leib und Seele dabei...
Auch «Sändelikübel» war im Einsatz.
Die zwei Lager kamen sich teils sehr nahe.
Und manche kleinere Teilnehmer erschraken sich ein wenig.

Zwei kleine Spritzpistolen gegen eine grosse: Wer wurde wohl nasser? Am Samstag trafen sich viele zur alljährlichen Wasserschlacht auf der Dreirosenbrücke.

Roland Schmid

Vom Voltaplatz her zieht eine Grossbaslerin einen Trolley samt Wasserreserve, Kellen und Kübeln zielstrebig in Richtung Dreirosenbrücke. Grölend balancieren zwei junge «4056er», wie sie sich uns stolz vorstellen, eine Tasche mit Munition – Dutzende kleine Wasserballone. Der Asphalt flimmert auf der Brücke vor Hitze. «Sind wir zu früh?», fragt sich ein Bandmitglied von «Les Touristes». Tatsächlich sind auf der Kleinbasler Seite nur vereinzelte Leute zu sehen.

«Die verkriechen sich im 57»,

munkelt Teenager Nick. «Oder sie greifen aus dem Hinterhalt an», verweist sein Papa Dani, der sich mit seinem Sohn samt Taucherbrille und Helm hinter einer meterhohen Kartonwand verschanzt. Schliesslich seien besonders die Schüsse der Wasserballone heftig, erklärt er und fügt schmunzelnd an: «Besonders für Brillenträger». Eine ausgeklügelte Vorrichtung hat sich auch Grossbasler Podo in Hawaii-Hemd und Bandana überlegt. Mit einem Gummizug können in der Vorrichtung Wasserballone befestigt werden, sagt er und blinzelt in die Sonne.

Nerfs gegen Wasserballone

Langsam kommt auf der Kleinbasler Seite Bewegung auf. Einige Unentschlossene wechseln in letzter Minute das Lager. «Wir vermischen uns nie», kommentiert einer in Superman-Verkleidung und streckt die geballte Faust zur Siegerpose. Die Kleinbasler werden immer mehr. An vorderster Front laufen Jungs mit Nerf-Guns – die Aufregung ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Dahinter folgen Einzelne, die sich mit Einkaufswagen voller Wasserflaschen für die Schlacht rüsten. Ein junger Kleinbasler mit einem Rambo Band um den Kopf, der seine Wasserpistole gespielt kämpferisch zückt: «Wir dachten, wir verlieren», sagt Stefano, der mit vier Liter Wasser im Rucksack zu den Vorbereiteten gehört. Dieses Jahr seien weniger zur Schlacht aufgezogen, mutmasst er. Besonders aus der anarchistischeren Ecke.

«Alle haben Verständnis», schwärmt er. Tatsächlich fährt soeben eine Patrouille der Basler Polizei hupend vorbei. Lässig hält ein Kleinbasler in blonder Perücke und gelbem Ölzeug einen Kübel voller übergrosser Wasserballone in der Hand. «Wir gewinnen immer», sagt Julian siegessicher.

4056 zahlenmässig unterlegen – wegen des Quartierflohmis?

Die ersten Wasserballone zerplatzen auf Dani und Nicks Schild. Die Spiele beginnen. Rambo gibt sich durchnässt einem Nahkampf mit einem Wrestling Masken-Träger hin. Es spritzt und platscht. Es wird gegrölt und gejubelt.

«Wir feiern den Sommer»,

freut sich eine Schaulustige. Ihre Tochter hält sich etwas erschrocken an ihrer Wasserpistole fest. Ein Junge wird von seinem Papa getröstet – ihn hat ein Wasserballon im Gesicht getroffen. Zehn lange, nasse Minuten hält 4056 tapfer dagegen. Dann geht der Wasservorrat langsam zur Neige. «Immer das Gleiche», murmelt einer niedergeschlagen. Sie seien einfach weniger, räumt ein Anderer ein.

Ob es am gleichzeitig im St.Johann stattfindenden Quartierflohmi liege, fragen sich manche. Julian schleicht sich mitten ins gegnerische Lager und lässt einen seiner Maxi-Ballone auf dem Kopf von Podo platzen. Kalt erwischt – die Revanche lässt nicht lange auf sich warten.

Das blaue Kleid einer Kleinbaslerin glitzert in der Sonne. Sie trage einen Meerjungfrauenlook, sagt Susan. «Für den speziellen Anlass», sagt sie ausser Atem und spritzt mit einer gegnerischen Kämpferin um die Wette. «Ich war lange unentschlossen», sagt Schirli, die im St.Johann aufwuchs und heute im Klybeck wohnt. Sie habe sich schliesslich für das Quartier entschieden, in dem sie aufwuchs. Ihre Nachbarn ziehen sich langsam zurück. «Es ist vorbei», sagen Dennis und Jan. Die beiden Handwerker verabschieden sich lachend zurück an ihren Stand am Quartierflohmi. «Wir wollten diese Helme eigentlich verkaufen», sagen sie. Allerdings nicht ohne vorher übermütig ein Versprechen abzugeben:

«Nächstes Jahr bauen wir für unser Quartier auf der Brücke eine Festung.»

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