Spezialausgabe

Wir sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft

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Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Kantone Solothurn, Baselland und Aargau ist enorm. Die Nordwestschweiz hat den höchsten Anteil von High-Tech-Beschäftigten aller Regionen der Schweiz und besitzt Ausbaupotenzial.

Das Rückgrat hält einen Köper stabil. Das passt zum Wirtschaftsraum zwischen Bern, Basel und Zürich. «Ohne die breit aufgestellte Industrie und das Gewerbe im Mittelland und der Nordwestschweiz wäre die Schweiz viel zu abhängig vom Finanzmarkt», sagt Beat Hotz-Hart, Professor für Wirtschaft an der Universität Zürich.

Hotz-Hart hält die Kantone Solothurn, Baselland und Aargau für volkswirtschaftlich äusserst wichtig – und innovativ. «OECD-Studien zeigen, dass die Nordwestschweiz den höchsten Anteil von High-Tech-Beschäftigten aller Regionen der Schweiz und Ausbaupotenzial hat», sagt Hotz-Hart. Drei Standortqualitäten streicht er hervor: unterdurchschnittliche Kosten (Mieten, Land, Steuern), gute Lage und Erschliessung, gut ausgebildete Arbeitskräfte. Diese sind auch eine Folge der Wirtschaftsförderung in den Kantonen.

Industrielle Arbeitsplätze fördern

Insbesondere die High-Tech-Strategie des Kantons Aargau loben Experten schweizweit als wegweisend. «Wir wollen uns ganz bewusst nicht in einen Dienstleistungskanton verwandeln, sondern hochwertige industrielle Arbeitsplätze fördern», sagt Thomas Buchmann, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit beim Kanton Aargau.

Eine Strategie, die auch die Kantone Baselland und Solothurn verfolgen. In beiden Kantonen hat die Industrie eine lange und stolze Tradition. «Die etablierten, alteingesessenen Industrien im Kanton Solothurn bieten einen guten Nährboden für neue Firmen», sagt Karin Heimann, Leiterin der kantonalen Wirtschaftsförderung. Auch im Kanton Baselland zieht die bereits etablierte Pharmabranche neue, innovative Unternehmen nach, zum Beispiel im Medizinaltechnik-Bereich.

Im Kanton Solothurn arbeiten 39Prozent aller Beschäftigten in der Industrie, im Aargau 33,6 Prozent, im Kanton Baselland 35,6 Prozent. Die grössten privaten Arbeitgeber im Gebiet sind der Energiekonzern Axpo (im Kanton Aargau) mit 3520 Mitarbeitern und die Uhrwerkmanufaktur
ETA SA (Kanton Solothurn) mit 2300 Stellen.

Doch trotz Innovation und Zukunftsbranchen: Die drei Kantone stehen vor grossen Herausforderungen. «Alle schleppen Altlasten mit sich», sagt Hotz-Hart. Industrien, die schon heute Mühe haben, auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, oder veraltete Technologien anbieten. Zum Beispiel die Stahl- und die Energieindustrie. In vergangenen Jahren schossen entlang der Verkehrsachsen Lager- und Logistikanlagen aus dem Boden. Ein Phänomen, an dem die Kantone nicht nur Freude haben. «Wir haben in der Logistik eine unterdurchschnittliche Wertschöpfung und einen sehr hohen Landverbrauch», sagt Buchmann. Dazu kommt die grosse Verkehrsbelastung durch Logistikbetriebe.

Gemeinsame Probleme

Solothurn, Aargau und Baselland teilen Probleme wie auch Chancen. Und arbeiten darum in der Wirtschaftsförderung zusammen. Verschiedene interkantonale Verbände koordinieren die regionale Wirtschaftspolitik. Aber, und das geben alle Beteiligten offen zu, die Kantone bleiben Konkurrenten. Konkurrenz belebt, findet Hotz-Hart. Doch die Kantone treiben sie zu weit. «Im Ausland müssten die Innovationsförderer stärker gemeinsam auftreten – und nicht jeder Kanton für sich.»

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