Blühende Fantasie
Wird das Stücki-Center bald zum Tanzpalast?

Die Basler Juso fordern die Schliessung des Stücki Centers. Ziel ist eine kulturelle Zwischennutzung im Stile des NT-Areals. Es gebe in Basel zuviel Einkaufszentren, monieren sie.

Mélanie Honegger
Merken
Drucken
Teilen
Das Stücki-Center: Die Juso fordern eine kulturelle Zwischennutzung. (Archiv)

Das Stücki-Center: Die Juso fordern eine kulturelle Zwischennutzung. (Archiv)

Keystone

Nachdem Anfang Woche bekannt wurde, dass der Buchriese Thalia aus dem Stücki ausziehen wird (die bz berichtete), nimmt die Kritik am Shoppingcenter weiter zu. Knapp drei Jahre nach dessen Eröffnung fehlen die Besucher. Stetig mehren sich die Filialen, die sich langsam aus dem Einkaufszentrum schleichen.

Als Erstes verkleinerte die Migros im Juni letzten Jahres ihre Ladenverkaufsfläche um die Hälfte. «Die Frequenzen sind zu niedrig, der Umsatz entspricht nicht den Erwartungen», begründete Migros-Pressesprecher Dieter Wullschleger damals im Gespräch mit der bz den Entscheid. Nur zwei Monate später verkleinerte auch Saturn seine Verkaufsfläche.«Das Stücki lohnt sich anscheinend nicht», folgert die Juso-Präsidentin Sarah Wyss auf Anfrage der bz und fügt an: «Es gibt in Basel eine Überdosis an Einkaufszentren.» Damit spricht sie auch die geplante Erlenmatt-Galerie an, die voraussichtlich im Frühjahr 2015 eröffnet wird.

Es klingt nach einem 1.April-Scherz: Zusammen mit ihren Parteimitgliedern fordert die Jungsozialistin jetzt die Schliessung des Stücki-Centers. Im Hinterkopf der Parteileute ist der Gedanke an mögliche Zwischennutzungen des Gebäudes. Besonders die Idee, eine kulturelle Anlage nach dem Vorbild des NT-Areals zu errichten, hat es ihnen angetan. Wyss könnte sich im Zusammenhang mit der Schliessung des NT-Areals neue Konzertlokale in den Räumlichkeiten des Einkaufstempels vorstellen. Der Ideenreichtum der Jungpartei blüht auf, als die Präsidentin von weiteren Nutzungsmöglichkeiten erzählt: «Proberäume, Ateliers, Tanzlokale, eine Skaterrampe und Kletterwände sind nur einige Möglichkeiten, wie das Gebäude zwischengenutzt werden könnte.»

Planung noch nicht ausgefeilt

Das Ganze ist vorerst nur als Übergangslösung gedacht, «bis ein neues sinnvolles Projekt dorthin kommt», erklärt Wyss. Dass das noch lange dauern kann, ist ihr bewusst. Die Planung des Projekts ist denn auch noch nicht ausgefeilt. «Wir wissen noch nicht genau, wie wir unsere Ideen umsetzen können», erklärt die Juso-Präsidentin. Im Shoppingcenter eine Zwischennutzung zu realisieren, dürfte nicht ganz einfach sein. Das Stücki-Areal in Kleinhüningen gehört der PSP Swiss Property-Firma, einer der grössten Immobiliengesellschaften der Schweiz. Die Basler Juso fordern deshalb, dass der Kanton das Land rund um das Shoppingcenter zurückkauft und sich für eine Neunutzung des Areals einsetzt.

Obwohl das ein nahezu unmögliches Vorhaben ist, lässt sich Wyss nicht entmutigen. Die vielen Filialenverkleinerungen und der komplette Auszug der Thalia-Filiale stimmen sie positiv. «Ich gehe davon aus, dass das Einkaufszentrum sowieso früher oder später geschlossen wird. Auch wenn ich die Finanzen der einzelnen Läden nicht kenne.»