«Wunderbare Schätze und Talente»
Theaterplatz-Fest: Kultur-Akropolis öffnet sich und spannt zusammen

Am ersten Fest rund um den Theaterplatz präsentierten sich elf Institutionen aus der Basler Kulturszene der Öffentlichkeit.

Tobias Gfeller
Drucken
Teilen
Als der Chor des Theater Basel auf der Treppe anstimmte, wurde es auf dem Platz ruhig.

Als der Chor des Theater Basel auf der Treppe anstimmte, wurde es auf dem Platz ruhig.

Tobias Gfeller


Man wusste nicht wohin – überall gab es etwas zu sehen und zu erleben. Bei der Kunsthalle konnten per Siebdruck eigene Kleidungsstücke aufgepeppt werden, vor dem Eingang zum Theater beglückte eine Tattoo-Werkstatt strahlende Kinder, drinnen wurde in unzähligen ausrangierten Bühnenoutfits und Masken gestöbert, im Stadtcasino war der Bird’s Eye Jazz Club zu Gast und im Literaturhaus wurde ein Klangbad durch literarische Texte und Genres geboten.

Unter dem Motto «Wir treffen unsere Kulturnachbarn» spannten elf Institutionen, die rund um den Theaterplatz beheimatet sind, für einmal zusammen. Es war an diesem Samstag ein grosses Fest der «Kultur-Akropolis von Basel», wie Benedikt von Peter, Intendant des Theater Basel, in seiner Ansprache die hohe Kulturdichte an diesem Platz umschrieb.

Beat Jans (SP), Vorsteher des Präsidialdepartements und somit oberster Kulturchef von Basel, nahm die Steilvorlage des Theaterintendanten auf. «Wo gibt es das sonst noch, so viele Kulturinstitutionen auf so engem Raum mit einer solchen Ausstrahlung?» Jans kam aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Die Kultur mit ihren «wunderbaren Schätzen und Talenten» solle aber noch besser zu den Menschen gebracht werden.

Chorgesänge auf der Theatertreppe

Die erste Ausgabe hat gezeigt, dass das Theaterplatz-Fest genau dies möglich macht. Alt trifft auf Jung, der Theaterintendant auf Menschen, die das frisch renovierte Dreispartenhaus wohl noch nie von innen gesehen haben. Augenscheinlich wird dies beim «Billard-Spezial», einer Mischung aus Billard und Minigolf, gespickt mit einem Hauch Theaterambiente, in dem die Hindernisse auf den Tischen aus ehemaligen Requisiten wie einer Ritterrüstung oder einem Skelett bestanden. Während an den Billardtischen viel gelacht wurde, stand fast der ganze Theaterplatz still, als der Chor des Theater Basel einen imposanten Auftritt auf der Theatertreppe hinlegte.

Ziegelherstellung und die stadtbekannte Pyramide von unten

Hinter der Barfüsserkirche wurde derweil emsig geklopft und gemischt. Das Architekturmuseum lud zur Ziegelherstellung. Doch nur wer genügend Kraft und keine Hemmungen vor dreckigen Händen hatte, wurde am Ende mit einem eigenen Ziegelstein belohnt, mit dem man auch etwas Anständiges bauen könnte.

Viele Besuchende liessen sich von den Angeboten des Festtages treiben. Wer die schweizweit einzigartige Dichte an Kultur mal aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben wollte, begab sich auf eine Führung, auf der unter dem Titel «Wanderung durchs Theater-Quartier» während 60 Minuten 2,3 Kilometer und 150 Höhenmeter zurückgelegt werden mussten. Ob die Werkstätten des Theaters mit hauseigener Schlosserei, die stadtbekannte Pyramide von unten oder die Krypta der Elisabethenkirche – man erhielt Einblicke, die sonst der Öffentlichkeit verwehrt bleiben.

Dass den Gruppen jede Tür offenstand, dafür sorgten unter anderem Heidi Dahinden und Urs Erismann in Fantasiekostümen. Seit Jahren wirken sie am Theater als Statisten und sind so etwas wie die personifizierte Verbindung zwischen Kultur von Weltformat und der breiten Basler Bevölkerung, die Regierungspräsident Jans näher zusammenbringen möchte.

Aktuelle Nachrichten