Zoo Basel
Der Zolli zählt fleissig seine Tiere, aber eben nicht alle

2019 verzeichnete der Zoo Basel einen Tierbestand von 8450 Tieren. Im Jahr darauf waren es fast 1000 weniger. Tierkurator Fabian Schmidt erklärt die Schwankungen.

Silvana Schreier
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Buntbarsche kommen selten alleine – ebenso die Ameisen, die im Zoo Basel nur in Kolonien gezählt werden.

Buntbarsche kommen selten alleine – ebenso die Ameisen, die im Zoo Basel nur in Kolonien gezählt werden.

bz-Archiv

Der Zoo Basel ist sehr transparent, was Zahlen anbelangt. Jedes Jahr veröffentlicht er in seinem Jahresbericht, wie viele Besuchende im Zolli waren, woher die Geldspenden stammen und wie viele Tiere aktuell in den Gehegen leben. Letztere Zahlen, um die es hier gehen soll, geben einen schönen Einblick hinter die Zolli-Kulissen.

Ein Vergleich der vergangenen Jahre zeigt: Der Tierbestand ist dauernden Schwankungen ausgesetzt. Meist befindet sich die grafische Linie im Bereich zwischen 6000 und 8000. 2019 jedoch gibt es einen auffallenden Ausschlag: Verglichen mit dem Vorjahr, nahm der Tierbestand um fast 2000 Tiere zu. Und 2020 sind es dann wieder 1000 Tiere weniger im Zolli.

Entwicklung des Tierbestands im Zoo Basel

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Fabian Schmidt ist Kurator im Vivarium des Basler Zollis.

Fabian Schmidt ist Kurator im Vivarium des Basler Zollis.

zvg

Doch wie kann das sein? Das erklärt Fabian Schmidt, Kurator des Vivariums im Zoo Basel, der bz: «Diese Fluktuationen im Tierbestand sind für Zoos mit einem Vivarium ganz normal.» Entwarnung also, es sind nicht etwa viele Tiere gestorben oder weggegeben worden.

«Im Zoo Basel machen wir jeweils zwischen Dezember und Januar die Inventur aller Tiere», so Schmidt. «Bei Kleintieren, wie etwa bei den Fischen, stehen wir immer mindestens zu zweit im Besucherbereich und nehmen dann den Mittelwert unserer Zählergebnisse.» Die Zählweise spielt also eine Rolle.

Ameisen werden nicht gezählt

Das Tierezählen im Zolli dauert laut Schmidt rund sechs Wochen. Eine kurze Zeitspanne – in der viel passieren kann.

«Wenn gerade in dieser Zeit bei den Buntbarschen die Jungfische schlüpfen, kann es gut sein, dass wir plötzlich 800 Tiere mehr zählen.»

Und es gebe auch Tierarten, welche die Kuratoren gar nicht zählen können. «Oder wie sollen wir die Korallen in einem Becken oder die Ameisen in einer Kolonie zählen?», fragt Schmidt.

Darum fokussieren sich die Kuratoren vorrangig auf den Artenbestand. Schmidt: «Wir schauen uns nur selten die Individuen-Zahlen an. Die Anzahl Arten ist für uns von Bedeutung.»

Entwicklung des Artenbestands im Zoo Basel

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Auch diese Zahlen veröffentlicht der Zoo Basel jährlich im Bericht. Und tatsächlich: Hier sind die Werte deutlich weniger Schwankungen ausgesetzt.

Ein Endler-Guppy.

Ein Endler-Guppy.

https://www.zooplus.de/
Eine Dickkopf-Elritze.

Eine Dickkopf-Elritze.

https://www.deutschlands-natur.de/

Stand 2020 leben also 7554 Tiere von 543 Arten im Zolli. Zwei Arten haben dabei 300 und mehr Tiere: die Endler-Guppy sowie die Dickkopf-Elritze. Beide leben im Vivarium des Zolli.

Mehr als 100 Tiere sind etwa bei den Flamingos, dem Kolibrisalmler, dem Blaurücken-Blauauge, der Süsswassergarnele, der Steppengrille oder der Ohrenqualle zu finden.

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