Zoo Basel
Schimpansen-Weibchen adoptiert zweites Neugeborenes

Die Mutter eines Schimpansen-Junges kann sich aus gesundheitlichen Gründen nicht um ihr Junges kümmern. Eine andere Mutter hat das Jungtier deshalb kurzerhand unter ihre Fittiche genommen. Auch die Rappenantilopen haben derzeit Nachwuchs.

Elodie Kolb
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Zoo Basel

Im Juni gebar das 28-jährige Schimpansen-Weibchen Fifi ein junges Weibchen. Am Anfang war alles normal, nur gab die Mutter ihr Junges Sangala ungewöhnlich früh anderen Gruppenmitgliedern, wie der Zoo Basel in einer Mitteilung schreibt. Nach etwa zwei Wochen habe Fifi dann aber angefangen zu lahmen und sei schwächer geworden. Sie sei von Tierärzten zwar intensiv behandelt worden, diese haben aber bisher keine Ursache für die Symptome feststellen können, wie es weiter heisst.

Rund einen Monat nach der Geburt des Junges habe dann das Schimpansen-Weibchen Kitoko begonnen, das Tier zu säugen, wie die Wärter beobachtet haben. Nur wenige Tage später gebar sie selber ein kleines Männchen, welches sie zu Beginn zu ignorieren schien. Bis der Vater des Tiers und die Gruppenmitglieder Kitoko gedrängt haben, sich auch um ihr Junges Sabaki zu kümmern. Seither betreue die Mutter beide Jungtiere.

Solche Adoptionen kommen laut Zoo Basel auch in der Natur vor, was daran liege, dass die Jungtiere die ersten sechs Lebensjahre auf die Mütter angewiesen seien. Bei ihrem Tod sinke die Überlebenschance des Nachwuchses erheblich. Selten sei jedoch die Adoption so kurz nach der Geburt, wie im Zoo Basel.

Zwei junge Weibchen bei den Rappenantilopen

Auch die Rappenantilopen im Zolli haben Nachwuchs bekommen: Im September wurden zwei Weibchen geboren. Die beiden haben zwei verschiedene Mütter, aber den selben Vater, wie der Zoo weiter schreibt. Die beiden jungen Weibchen befinden sich nun am Ende der sogenannten «Abliegerphase»: Die Mütter legen ihren Nachwuchs in den ersten Wochen nach der Geburt an einen geschützten Ort und suchen die Jungen nur ein- bis zweimal täglich zum Säugen und Putzen auf, nach jedem Besuch suchen die Jungen ein neues Versteck.

Die Tiere können auch gefährlich werden: Die Männchen setzten ihre Hörner für ritualisierte Kämpfe ein, bei welchen sie in der Natur gar Löwen und Wildhunde in die Flucht schlagen können, so der Zoo.

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