Martin Lüchinger, Präsident der SP Basel-Stadt

Ja. Die Tagesbetreuung deckt in vielen Fällen nicht die notwendige Betreuungszeit eines Tages ab. Wenn die Randstunden nicht abgedeckt werden können, ist das für berufstätige Väter und Mütter eine grosse Herausforderung. Die Basler SP setzt sich nach wie vor für den Ausbau der Tagesstrukturen an allen Schulen sowie einer lückenlose Tagesbetreuung ein - vor allem an Randzeiten und am Wochenende.

Urs Müller, Präsident von Basta

Unbedingt. Alleinerziehende und berufstätige Paare mit Kindern sind auf Tagesbetreuungsangebote angewiesen. Sie sind Voraussetzung dafür, dass die Arbeit - die bezahlte und die unbezahlte - gerecht auf beide Geschlechter verteilt werden kann. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Angebote für alle bezahlbar sind. So kann die Tagesbetreuung von Kindern einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit leisten.

Elisabeth Ackermann und Mirjam Ballmer, Co-Präsidentinnen der Grünen Partei Basel-Stadt

Ja. Damit Eltern, die berufstätig sein müssen oder wollen, genügend Angebote haben, um ihre Kinder betreuen zu lassen, muss sich der Kanton engagieren. Es lohnt sich auch aus gesellschaftlicher Sicht, Geld in die Kinderbetreuung zu investieren. Die Gefahr, zum Beispiel bei einer Scheidung von Sozialhilfe abhängig zu werden, ist viel kleiner, wenn Vater und Mutter arbeiten. Doppelte Einkommen bringen für den Kanton schliesslich auch mehr Steuereinnahmen.

David Wüest-Rudin, Präsident der GLP Basel-Stadt

Ja. Erstens ermöglicht Tagesbetreuung, die Produktivkraft von Frauen und Männern in der Familienphase für die Wirtschaft zu nutzen. Zweitens ist die Tagesbetreuung wichtig für die freie Gestaltung der Geschlechterrollen und der «Work and Care»-Frage. Allerdings darf die Tagesbetreuung nicht obligatorisch und nicht kostenlos sein, wie das teils gefordert wurde. Private Initiativen, Vereine und Anbieter sollen zudem Vorrang haben. Eine staatliche Zwangsrundumbetreuung ist abzulehnen.

Leonhard Müller, Co-Präsident der EVP Basel-Stadt

In Kinder und Familien investieren bedeutet in die Zukunft investieren. Neben der Verbilligung von Tagesheimplätzen sollen kostengünstigere Alternativen gefördert und ausgebaut werden, wie die Mittagstische in den Schulen und die Horte. Eine höhere adäquate Entlöhnung für die Fremdbetreuung gebührt den Tagesmüttern, die oft auf eine Tätigkeit ausser Haus verzichten und neben den eigenen noch weitere Kinder betreuen. Vergünstigungen sollten auch Eltern erhalten, die ihre Kinder selber betreuen.

Markus Lehmann, Präsident der CVP Basel-Stadt

Die Betreuung und Erziehung von Kindern sehen wir in erster Linie in der Familie. Ergänzende Angebote unterstützen wir, eine Verstaatlichung der Erziehung und Betreuung lehnen wir ab. Eltern sollen die freie Wahl haben, ob und wie sie die Tagesbetreuung benützen, und sie sollen innerhalb der Angebote frei zwischen den verschiedenen Betreuungsmodellen wählen können. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten sollen angemessene Beträge an die Kosten der Kinderbetreuung geleistet werden, aber zuerst die Familie, dann der Staat.

Daniel Stolz, Präsident der FDP Basel-Stadt

Der Kanton Basel-Stadt investiert schon jetzt zurecht viel Geld in die Tagesbetreuung, damit einerseits die Eltern ihrem Beruf nachgehen können. Wir wollen, dass gerade auch die Frauen diese Möglichkeit haben. Andererseits ist es wichtig, dass schon früh in die Entwicklung unserer Jugend investiert wird, ohne ihr allerdings die Kindheit zu nehmen. Geld soll dann gesprochen werden, wenn es nötig ist und nicht einfach grundsätzlich - daran hält sich die FDP bei jedem Thema.

Patricia von Falkenstein, Vizepräsidentin der LDP Basel-Stadt

Basel hat ein Angebot an Kinderbetreuung, das sich sehen lassen kann. Es wird ständig ausgebaut. Nachfrage und finanzielle Möglichkeiten bestimmen das Tempo. Es wird also laufend mehr Geld investiert, heute geben wir über 30 Millionen Franken pro Jahr aus. Die LDP unterstützt dies. Die Eltern sollen wählen können, wie sie die Betreuung der Kinder und die Erwerbsarbeit verteilen. Der Staat darf nichts vorschreiben, nur anbieten. Wenn eine Familie zu Hause essen möchte am Mittag, muss dies möglich sein.

SVP Sebastian Frehner, Präsident der SVP Basel-Stadt

Auch hier ist der Staat nicht gefordert. Ob man Kinder selber betreuen will oder ob dies extern geschehen soll, ist Sache der Eltern. Wünschen mehr Eltern eine Tagesbetreuung, so wird es auch ein grösseres Angebot geben. Grundsätzlich sollen die Eltern die externe Betreuung auch selber bezahlen. In Ausnahmefällen - Alleinerziehende oder Doppelverdiener, die zusammen nicht gut genug verdienen - kann der Staat finanziell helfen.