Das Basler Rathaus wurde in den Jahren 1504 bis 1514 erbaut und lässt sich heuer zum 500. Jahrestag seiner Einweihung feiern. Die betreffenden hochinteressanten Ausführungen und das Interview mit dem Historiker Stefan Hess in der BZ-Ausgabe von heute 21. August lassen trotz gründlicher Recherchen jedoch eines ausser Acht: Die Wappen der "13 Alten Orte" (so wurden die heutigen Stände respektive Kantone damals genannt) oberhalb der Zinnen auf der Stirnfront Marktplatz seits, sind - soweit die gestalterische Möglichkeit es überhaupt zuliess - seitenverkehrt angebracht. Beim Uristier oder dem Wappen des Ortes Zug noch kongruent und daher nicht bemerkbar, kein Übel. Bei den Wappen Zürichs, Berns oder Luzerns (getreu nach der Reihenfolge des Bundesbriefes) für den geübten Betrachter - oder wie bei mir als "Migrant" aus einem besagter Orte eine Faust aufs Auge - kommt der fautpas einem Affront gleich. Zugegeben: Der alte Stadtkern im "Mehreren Basel" ist nicht nur seines Rathauses wegen sehenswert. Darum stelle ich mich sehr gerne in die Reihen der Gratulierenden. Denn, welchem noch so geschichtsträchtigen Gebäude wird heute die Ehre zuteil, auf ein halbes Jahrtausend zurückblicken zu können. Zuviel ältere Bausubstanz muss leider weichen oder wird umgenutzt. Von in der heutigen Zeit konstruierte Bauten wird keine, aber auch gar keine, jemals Grund freudiger Festivitäten sein.