Binningen

Angst vor einer ‚Stromlücke‘?

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Der ehemalige ETH-Professor Blaser und Atomforscher war mein Physik-Dozent. Er hat nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 versucht, uns Elektrotechnik-Studenten weiszumachen, dass der radioaktive Niederschlag in der Schweiz ungefährlich sei. Er hat aber auch gesagt: „Wer soll die Zusammenhänge verstehen, wenn nicht Sie, Elektroingenieure.“

Als Elektroingenieur kann ich heute nicht verstehen, weshalb uns von der Atomlobby „erklärt“ wird, ohne den Strom der Atomkraftwerke in Beznau und Mühleberg drohe uns ein Energie-Engpass. Denn in Europa wird momentan zu viel Strom produziert. Die Energiekonzerne möchten die AKWs am liebsten verschenken, da sie hohe Verluste einfahren!

Beznau 1 muss entgegen den Behauptungen auch nicht nach der Abstimmung abgestellt werden: Es ist bereits abgestellt, weil es zu unsicher ist! Mühleberg soll 2019 sowieso vom Netz. Da bleiben noch die 4% Produktionsanteil von Beznau 2. Wir sollen wirklich glauben, dass die 4% Strom dieses alten AKWs unsere Energieversorgung gefährden? Dies in einem Markt mit riesiger Überkapazität und dem laufenden Ausbau von Alternativ-Energien?

Der heutige ETH-Professor Anton Gunzinger zeigte am Binninger Energie-Apéro auf, was die Optionen sind mit der Atomkraft: Ein ‚Schrecken ohne Ende‘, bei dem wir noch lange sehr viele Milliarden in AKWs stecken müssen, oder ein ‚Ende mit Schrecken‘ mit einem (ebenfalls teuren, aber insgesamt weit billigeren) Ausstieg. Nicht zu reden von möglichen Kosten bei einem allfälligen Störfall!

AKW-Strom wird immer teurer, die Alternativ-Energien werden ständig billiger.

Beispielsweise baut China jährlich Solarenergieanlagen mit der Leistung von 20 grossen AKWs. Die Kosten der Solarenergie liegen heute bei 20% derjenigen vor 5 Jahren. Auch die Schweiz könnte davon profitieren...

Nur die AKW-Lobby und einige Politiker glauben noch heute an die Zukunft der weltweit einzigen Technologie, die immer teurer wird.

 Guido Keel-Bänziger, Elektroingenieur

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