Riniken

Ausbau der «Glögglifrosch»-Lebensräume

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Über 30 freiwillige Helferinnen und Helfer beteiligten sich an einem Arbeitseinsatz für den Bau von drei neuen Feuchtbiotopen für den «Glögglifrosch».

Wenn der Tierarzt, der Aussendienstberater, die Pro Natura-Geschäftsführerin und viele weitere Riniker für einen Einsatz «in die Arbeitshosen steigen», dann steckt meistens André Salm dahinter. Dem Aufruf des umtriebigen Organisators des Arbeitseinsatzes vom Samstag, 4. November, folgten 31 freiwillige Helferinnen und Helfer. Neben Mitgliedern der Natur-Pflegegruppe beteiligten sich auch einige Mitglieder von BirdLife – Naturschutz Brugg und Umgebung sowie drei in Riniken wohnhafte Asylbewerber aus Sri Lanka.

Lebensräume vernetzen

Zu Beginn informierte André Salm über das Gesamtprojekt sowie die in diesem Jahr geplanten Arbeiten: «Es geht darum, neuen Lebensraum für den «Glögglifrosch» (Kasten) zu schaffen und die noch schwach besetzten Standorte in Riniken und am Bruggerberg mit zwei gut besetzten Standorten in Remigen und Rüfenach zu vernetzen.» Im letzten Herbst wurden vier neue Feucht­biotope, d.h. mit grossen Bollensteinen ausgelegte Folienteiche gebaut. Um die Wanderung der Amphibien zu ermöglichen, legte man im Frühjahr zwischen dem Waldrand und der Remigerstrasse einen naturnahen «Korridor» an, bestehend aus Hecken, Obstbaumreihen sowie Stein- und Asthaufen. Dieser soll künftig als Buntbrache bis zum Waldrand am Bruggerberg verlängert und damit eine Verbindung zum Reinerbach geschaffen werden.

Drei Arbeitsteams für drei Biotope

Am diesjährigen Arbeitstag standen drei neue Feuchtbiotope auf dem Programm, ein grösseres beim Steinbruch in Riniken und zwei kleinere am Waldrand des Iberg. Hierfür teilten sich die Helfer in drei Arbeitsteams auf, diesen wurde je ein Traktor mit Frontlader resp. ein Bagger der Gartenbaufirma von Reding zugeteilt. Die zuvor maschinell ausgehobenen und mit Sand «ausgepolsterten» Gruben kleidete man mit Vlies aus, bevor die grosse Teichfolie eingelegt werden konnte. Hierfür mussten alle Helfer mitanpacken. Nun galt es, die bereitliegenden Bollensteine einzubringen. Hier halfen zwar die grossen Maschinen, die Feinverteilung war aber reine Handarbeit. Es war vorsichtiges Arbeiten angesagt, um die Folie nicht zu beschädigen. Da die Steine bis zu 40 Zentimeter gross waren, spürten die meisten am Ende des Arbeitstages ihre Muskeln und Knochen. Dennoch war es ein gutes Gefühl, auf das Ergebnis zurückzublicken, konnten doch alle drei Biotope weitgehend fertiggestellt werden. Und die vom Einsatzleiter organisierte Pizza schmeckte am Schluss allen doppelt gut.

«Am meisten Hoffnung setze ich auf das Biotop beim Steinbruch», meinte André Salm, «denn dort habe ich den Glögglifrosch schon selber gehört.» Die dritte Ausbauetappe ist für Herbst 2018 geplant. Salm wird seine Riniker Helferinnen und Helfer rechtzeitig wieder dafür aufbieten.

Die Geburtshelferkröte…

… gehört in der Schweiz zu den gefährdeten Amphibienarten. Durch Zerstörung ihres Lebensraums ging ihre Zahl stark zurück. So hört man nur noch selten ihren Ruf, der wie das helle Anschlagen eines Glöckleins klingt. Deshalb wird das Tier im Volksmund auch «Glögglifrosch» genannt. Eigentlich handelt es sich aber weder um Frosch noch Kröte. Die Art gehört zu den Scheiben­zünglern, einer eigenen Familie innerhalb der Amphibien. Der Name Geburtshelfer­kröte leitet sich von einer speziellen Eigenheit ab: Die Männchen kümmern sich um die Brutpflege, indem sie sich die Laichschnüre um Beine und Hinterleib wickeln und so den Nachwuchs schützen, bis dieser zum Schlüpfen bereit ist.

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