Pilzverein Schlieren

Diesen Frühling stand der Besuch der Pilzzucht Fine Funghi auf dem Programm. 30 Personen fanden sich ein an der Tannenbergstrasse 17 in Gossau. Herr Mannale und Herr Mettler führten durch den Betrieb. Sie erklärten uns die Abläufe von der Bildung der Pilznährböden, dem sogenannten Substrat, bis zum Ernten der Pilze.

Dem Ausgangsmaterial, Laubbaumhäcksel, Sägemehl u.a. wird die Brut beigemischt. Das heisst, das Substrat wird mit Pilzsporen geimpft. Alles ist biologisch. Austernseitlinge, Kräuterseitlinge, Shitake und Pappelschüpplinge werden gezüchtet. Wir bestaunen die Pilze jeder Sorte in allen Wachstumsstadien. Die Pilztriebe wachsen zu Gebilden, die an abstrakte Kunst erinnern.

Bevor die Pilze spriessen, stehen verschiedene Arbeiten an; allem voran die Sterilisation der Nährböden. Hiezu sind Mitarbeiter in Spezialanzügen und Gesichtsmasken am Werk. Nach weiteren Vorbehandlungen - alles Arbeiten von Hand - werden die Substratpakete in den - für die entsprechende Sorte - vorbereiteten Raum platziert, wo aus den Myzelien die Fruchtkörper wachsen. Die meisten Pilze gedeihen im Dunkeln. Sie nehmen Feuchtigkeit auf und geben Wärme ab, was eine Kühlung erfordert.

Die Produktion der Pilze erfolgt aus einer Hand, vom Substrat bis zur Belieferung des Schweizer Biohandels. Über eine Tonne Pilze liefert Fine Funghi jeden Tag aus. Um 12.30 Uhr kommt der Lastwagen, dann muss die Ware bereitstehen. Von der Pilzzucht zu leben ist keine leichte Arbeit, will ein Schweizer Bio-Betrieb konkurrenzfähig sein. Die tägliche Kontrolle der Zucht, auch am Wochenende, ist unerlässlich um frische einwandfreie Ware liefern zu können. Von einem frischen Kräuterseitling muss wirklich kein Gramm weggeworfen werden.

Beeindruckt von den Pilzen und der Erkenntnis, was hinter einem Angebot an frischen Schweizer Zuchtpilzen steht, machen wir uns auf den Heimweg.

Eveline Autenrieth