Durch Biegen, Hämmern und Schweissen lässt der Berner Bildhauer Urs Joss teils filigrane, teils schwergewichtige Figuren aus massivem Stahl entstehen. Etwa 30 seiner witzigen und tiefsinnigen Werke der letzten Jahre sind noch bis 13. April in der Galerie Brigitta Leupin am Münsterberg in Basel zu sehen.

Urs Joss, 1940 in Bern geboren, war während Jahren als naturwissenschaftlicher Forscher und Dokumentarfilmer tätig. Für seinen Film «Alles wechselwirkt» erhielt er an den internationalen Wirtschaftsfilmtagen 1990 in Bregenz den 1. Preis. In den 90er Jahren schrieb Urs Joss sein wissenschaftskritisches Buch „Stumme Wette“ und wandte sich zunehmend kreativen Tätigkeiten zu. In seinem Bauernhaus in Pleigne begann er antike Eisenformen zu sammeln. So entstanden die ersten Ideen für seine Skulpturen und Plastiken. Heute sind es weit über 100 Werke.

Die gegenwärtige Ausstellung in der Galerie Brigitta Leupin zeigt die Breite des Schaffens von Urs Joss. Da wiegt sich ein Mädchen mit kleinmädchenhaften Bewegungen träumerisch in den Hüften (elektrische Animation). Da disputieren zwei Südländer mit den Händen. An einer Wand sind zwei riesige Kiefer mit Zähnen, welche sich über zwei flüchtenden Figuren schliessen. Typische teils metaphorische Themen der Conditio Humana eben! Mehr in die Religion geht die Geschichte von Jonas, der den Fisch zu seiner Fahrt nach Ninive „besteigt“, oder - von hoher Aktualität -  wie sich Urs Joss die Kirchenflucht vorstellt. Auch die griechische Philosophie wird thematisiert mit der Darstellung von Diogenes bei der Siesta in seinem Fass. Der kleine Einblick in die Welt des studierten Physikers Urs Joss lohnt die Reise, schon nur, weil die Werke mit ihrem Schattenwurf an den Wänden der Galerie Brigitta Leupin wunderschön zur Geltung kommen.

Eine der Skulpturen wird versteigert anlässlich eines Apéro am Samstag, 30.03.2019 ab 15:00Uhr.

Mehr Details über Urs Joss und sein Werk finden Sie auf www.kunschtplatz.ch oder auf www.jossurs.ch