Die Fahrt beginnt um 07.45 Uhr mit 16 Sänger ab SBB Bahnhof Wangen bei Olten in Olten stossen noch drei Sänger zur fröhlichen Reisegruppe. Nun geht’s via Zürich nach Landquart. Auf der Fahrt nach Landquart unterhielten die Chormitglieder mit fröhlichem Gerede und mit unterhaltsamen Liedern sich selbst und die Passagiere.

Mit einer Minute Verspätung startet die kurze Fahrt mit dem Postauto durchs Zentrum Landquart zum malerischen Weindorf Malans. Links und rechts entlang der Jeninser-Strasse bestaunten wir schöne «Bündner-Häuser» aber auch die Moderne hat in schönen Wohnquartieren Einzug gehalten. Auf der engen Strasse durchs Dorfzentrum und an schönen Wohnquartieren vorbei erreichten wir die Talstation der Älplibahn. Diese Bahn hat wirklich eine bewegte Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Älplibahn zum ersten Mal in Betrieb genommen. Vorerst als provisorische Transportseilbahn auf die Malanser Alp, um die Truppen mit Nachschub zu versorgen. Danach, im September 1945, als Bahn für den Zivilverkehr. Knapp 30 Jahre lang wurde die Bahn rege genutzt. Schliesslich musste der Betrieb eingestellt werden. Material und Technik waren veraltet und man erwog 1980 sogar, die Bahn abzubrechen. Dies war der Moment. wo der Älplibahnverein und die Genossenschaft zur Rettung der Älplibahn gegründet wurde. Unzählige Freiwillige ermöglichten durch ihr privates Engagement die Renovation und Wiederinbetriebnahme der Älplibahn im Jahr 1982. Auch heute noch ist die Älplibahn auf ihre Freiwilligen angewiesen. Als Maschinisten, Bahnmitarbeiter und Wirtsleute sorgen sie mit grossem Einsatz und Herzlichkeit dafür, dass viele Geniesser die Älplibahn nutzen können. Das Fahrvergnügen dauerte 14 Minuten und mit 3485 m Länge brachte die Bahn uns auf eine Höhe von 1801 m.ü.M. zur Bergstation respektive Bergrestaurant. Die Bahn bietet ein vielseitiges Angebot rund um sich herum. Für alle Geschmäcker. Das Bergrestaurant lädt zum Verweilen ein. Im Restaurant wurden wir aufs herzlichste empfangen, sehr freundlich bedient und nach einem ausgiebigen Apero, an dessen Kosten sich ein lieber Spender grosszügig beteiligte, mit einem schmackhaften und sehr guten Mittagessen buchstäblich verwöhnt. Der Dirigent Roland Basler begleitete die fröhliche Sängerschar mit seinen Trompetenkünsten mitten in einer beeindruckenden Bergwelt die Sänger in Fahrt. Mit viel Freuden im Herzen übertrug sich die gesangliche Qualität auf jeden Einzelnen Sänger und so Erfreuten wir die Gäste im Restaurant und auf diejenigen auf der Aussichtterasse. So war es nicht erstaunt, dass eine Frau zu uns kam und sichtlich gerührt ein grosses Kompliment machte und sich bedankte für die schönen Lieder. Noch beeindruckter war ihre Aussage, dass sie von unserer guten und gepflegten Kameradschaft unter den Sänger, richtig beeindruckt sei. Sie selbst habe Hühnerhaut bekommen so schön sei unser Gesang gewesen. Für kurze Zeit waren wir die Stars in der Bündner Bergwelt. Es galt Abschied zu nehmen von der schönen Bergwelt und mit zwei Bahnfahrten die je 14 Minuten dauerte erreichten wir wieder die Talstation auf ca. 600 m.ü.M. Mit zwei Kutschen von der «Rösslipscht» fuhren wir abseits von der Jeninserstrasse durch verschiedene schöne Weingüter, malerischen Rebbergen zum 250 Jahre alten Torkel zur Winzerfamilie, Sonja und Markus Lampert. Die degustierten Weine berichten von der Leidenschaft, mit der die Familie Lampert die Weine kultiviert. Die weine sollen eine eigene Sprache sprechen und einen eigenen Ausdruck finden. Denn erst dann ermöglicht ein Wein auch wahren Genuss. Dann entzückt ein Wein nicht nur im Gaumen, dann berührt er auch die Seele. Wir genossen Pinot Noir, Riesling Silvaner, Chardonnay oder andere Spezialitäten. Mit einem wunderschönen Konzertauftritt unter der in Hochform aufgelaufenen Dirigenten Roland Basler erfreuten wir die Gäste im bis auf den letzten Platz gefüllten Torkel. Die ausgezeichnete Akustik half mit, dass die Sänger sichtlich angespornt vom Chorleiter Roland Basler auch auf Hochform aufliefen, und ein Konzert mit Prädikat «ausgezeichnet» zur Freude aller Gäste ablieferten. Es war ein Genuss und die Verzückung der Seele, so wohltuend wie ein freundliches Lächeln, was der Männerchor Wangen bei Olten, geboten hat. Der Chor präsentierte ein Chorerlebnis der besonderen Art.

Nach vielen gesammelten Eindrücken mussten wir uns vor dem Torkel verabschieden, denn die beiden Kutschen von der «Rössli Poscht» standen zur Abfahrt bereit, um uns nach Bad Ragaz zu bringen. Via Sargans, Zürich, Olten nach Wangen bei Olten zu bringen. Was übrig bleibt, ist ein schöner und erlebnisreicher Tag, der uns bestimmt in angenehmer Erinnerung bleibt.

Wangen b. Olten, 24.06.2019                                  

Hans Jörg Burri