Die gut besuchte Generalversammlung erkürte den vom Vorstand vorgeschlagenen Roland Vogt einstimmig zum fünften Präsident unserer Ortspartei. Er wird die sehr gute Arbeit des nach acht Jahren abgelösten Gallati weiter führen. Dieser war der amtsälteste der Wohler Ortsparteipräsidenten. Peter Tanner, Vizepräsident, Max Hüsser, Kassier, Tobias Breitschmid, Beisitzer, und gemäss den Statuten Edi Brunner als Fraktionschef sowie Jean-Pierre Gallati als Grossrat werden ihn dabei tatkräftig unterstützen. Die beiden bisherigen Revisorinnen Marlis Spörri und Pina Vogt sind ebenfalls einstimmig gewählt worden.

In seinem Jahresbericht gedachte Präsident Gallati den verstorbenen Mitgliedern und dankte allen zurückgetretenen oder weggezogenen Kommissionsmitgliedern für den Einsatz. Ebenso seinen Kollegen im Vorstand, in der Fraktion und allen aktuellen Mitgliedern in den vielen Kommissionen der Gemeinde Wohlen. Gallati lobte sogar, wo es etwas zu loben gab, doch das war wenig, denn der Steuerfuss ist nach wie vor viel zu hoch, die Arbeit der Parteien als „Kontrollorgan“ des Gemeinderates und der Verwaltung ist nicht effizient genug und die Berichterstattung in der Lokalpresse ist zu oberflächlich. Als nachteilig für die Transparenz erweist sich zunehmend die Abhängigkeit des Wohler Anzeigers mit seiner Druckerei von den Aufträgen aus dem Gemeindehaus und der IB Wohlen AG, welche zu 100% im Eigentum der Gemeinde steht.

Die Jahresrechnung und der Revisorenbericht wurden einstimmig genehmigt; die Rechnung zeigt dank der wiederum gestiegenen Mitgliederzahl und dank Einsparungen ein erfreuliches Bild. So können die bisherigen Beiträge beibehalten und teilweise sogar reduziert werden. Es wurde beschlossen, für pensionierte Mitglieder und für pensionierte Ehepaare einen neuen, tieferen Ansatz von 20.00 bzw. 30.00 Franken einzuführen.

Die Ziele der Partei erfuhren keine Änderungen. Der Herbst 2012 verspricht interessant zu werden, sind doch die Wahlen für den Grossen Rat und den Regierungsrat angesagt. Die SVP Wohlen-Anglikon kann erfreulicherweise für den Grossen Rat vier Kandidaturen präsentieren. Dies sind Jean-Pierre Gallati (bisher), Marlis Spörri, Einwohnerratspräsidentin, Roland Vogt, Parteipräsident und Einwohnerrat, und Edi Brunner, Fraktionschef und Einwohnerrat.

Die zum ersten Mal in Wohlen zur Ausführung gelangende Freiämter Landsgemeinde der SVP wird im Jahr 2013 stattfinden.

Leider geht die sehr erfolgreiche, achtjährige Amtszeit von Jean-Pierre Gallati zu Ende. Vizepräsident Tanner übergab ihm die auf freiwilliger Basis von Parteimitgliedern finanzierten Geschenke, darunter ein Jahresabo der BaslerZeitung. Diese ist neben der Weltwoche die einzig bürgerliche Zeitung und verdient somit, dass sie in der ganzen Deutschschweiz mehr und mehr Beachtung findet.

Nach einer kurzen Pause stellt Gallati den Referenten Markus Somm, Chefredaktor der BaslerZeitung vor. Der studierte, polyglotte und ehemals links politisierende Aargauer wohnt heute in Wädenswil. Der fünffache Familienvater hielt einen flammenden Vortrag über die in der Schweiz verschwundene Medienvielfalt.

Passagen aus seinem Vortrag: „Journalisten sind grösstenteils links, können nur schlecht Englisch, nur Ausnahmen haben studiert oder waren im Ausland, leben tendenziell in einem vornehmen Kreis in Zürich, LebenspartnerIn arbeitet beim Staat“.

Als Chefredaktor einer grossen Zeitung findet Somm fast keine bürgerlich gesinnte Journalisten. Den Nachwuchs muss er aus verwandten Berufen rekrutieren. Bei seinem Start waren von 88 Journalisten 86 Linke oder Mitte-Linke, die es nicht ertragen, dass in der BaZ auch bürgerliche Texte erscheinen und verlassen das Blatt. Somm betonte aber, dass er bisher noch keinem Journalisten etwas zensiert oder vorgeschrieben habe. Er findet es sehr verwunderlich, dass die allesamt in bürgerlich-liberalen Händen befindlichen Verlage (zwei ausgenommen) vom linken Journalismus dominiert sind.

Die vielen SVPler und Gäste hatten so Gelegenheit, direkt zu erfahren, wie es um die Schweizer Medienvielfalt steht.