Baden

Exkursion der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden nach Zofigen (www.vfhk.ch)

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(Ent-)Führung mit zwei Marktfrauen ins Mittelalter, in die grösste erhaltene Altstadt des Kantons Aargau. Geht das? Davon liessen sich die an der Führung teilnehmenden Mitglieder der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden (VfHk.ch) sehr schnell überzeugen. Schon die Aufmachung der beiden Marktfrauen in ihrer mittelalterlichen Kleidung und den mitgeführten Utensilien liess den Funken früh springen. Und damit wir es genau wissen, mit wem wir es zu tun haben: diejenige mit der Haube ist „unter der Haube“, also verheiratet.

Die Marktfrauen erzählten aus ihrer Welt, denn Zofingen wurde schon im Mittelalter zum Markt- und Verwaltungszentrum ausgebaut, und so haben sie von den weit hergekommenen Händlern schnell die neuesten Gerüchte erfahren und verbreiten können.

Wir haben vernommen, dass die Zähringerstadt von Hermann von Frohburg gegründet wurde und die höhere und niedere Gerichtsbarkeit erhielt und eine der ältesten Lateinschulen besass, und dass die Geschichte der Stadtkirche um 600 beginnt mit der ersten christlichen Kirche, an deren Stelle im 11. Jahrhundert die Stiftskirche St. Mauritius entstand, die Grabstätte der Grafen von Frohburg.

Aus dem Mittelalter noch erhalten sind u.a. die einzigartigen Grabengärten, die bei der Aufschüttung des Grabens ausserhalb der Stadtmauer entstanden sind und bis heute nicht überbaut werden dürfen, und somit einen grünen Gürtel um die Altstadt bilden.

 Auf dem Weg durch die geschichtsträchtigen Gassen, vorbei an markanten Bernerhäusern aus Sandstein, sind die vielen Brunnen nicht zu übersehen, die genährt werden von zwei unterirdischen Stadtbächen und Deuchelleitungen, die das Wasser vom Wiggertal herführen. Mit Stolz wurden wir darüber aufgeklärt, dass es dadurch auch möglich war, den Obstsortengarten „Heiteren“ mit rund 700 Hochstammbäumen und z. T. seltenen und vergessenen Obstsorten anzulegen und zu erhalten.

Um drei Uhr kamen wir auf dem Chorplatz unter einem schattigen Kastanienbaum in den Genuss eines der 60 programmierten Lieder des Glockenspiels vom Stiftsturm.

Die Marktfrauen taten ihrem Ruf alle Ehre und konnten fast nicht innehalten mit Anekdoten und überlieferten Geschichten, sei dies nun über die „Zofingia“, der ältesten Studentenverbindung der Schweiz, und deren Geschenke an die Stadt, wie der Thutbrunnen, die Löwen beim unteren Stadteingang, die Figur der Justitia vor dem Rathaus, die Glasmalereien im Rathaus und das Glockenspiel im Stiftsturm, und dass der Papst nach dem Konzil von Konstanz im St. Urbanhof, dem grössten Privathaus in der Stadt, überachtet hat, vom Pranger am Marktplatz, von der Schifflände ohne See und vor allem, dass es in der Altstadt keine Strassen, sondern nur Gassen gibt, und bis heute keine Leuchtreklamen in der Stadt geduldet werden. Witzig die Erklärung des schmiedeeisernen Schildes des Barbiers und die Erklärung, von wo her der Ausdruck. kommt „eine ruhige Kugel schieben“.

Verdient der Ausklang bei einem erfrischenden Getränk auf der Terrasse eines alten Gasthauses. Unser Dank geht an das Vorstandsmitglied Karl Wiederkehr, der diesen Anlass organisiert und dafür gesorgt hat, dass alle Teilnehmenden einen vergnüglichen Nachmittag verbringen konnten.

Für die Berichterstattung: Vrena Moritzi Schmid

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