Frenkendorf

Kolumne Dorf - einfach Frenkendorf -

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„Dorfgeschwätz“ vernahm ich, als ich so vor 44 Jahren, das war im Jahre 1971, heute haben wir 2015,  mit Frau und Kind nach Frenkendorf kam, dann einfach wissen wollte, was in Frenkendorf los ist. In Basel fand man zu jener Zeit nur schwer eine Wohnung. Bin jemand dann gewesen, der für einige Dorfbewohner mit der Frau einfach ein Fremder war. Und dann hatten wir einen Sohn, der in Frenkendorf eingeschult wurde. Das war schon im neuen Schulhaus Egg. Der Werner Muggli war zu jener Zeit im Gemeinderat, auch ein Nachbar von uns in der Hohlen Gasse. Und oberhalb von unserem Haus wohnte der Ernst Martin, sogar einmal Landratspräsident. Auch der Landwirt Karl Müller, leider schon verstorben, der hat seinen Bauernhof nur einen Katzensprung von unserem Haus entfernt. Man lernte dann auch andere Leute kennen. Und dann, ja dann so langsam gewöhnte man sich an das Dorf und die Leute auch an uns. Eine weitere Nachbarin, dies nur nebenbei, die mochte uns, wir sie auch. Bald ist sie 102 Jahre alt, die liebe Frau Hedwig Thommen. Ist jetzt im Eben-Ezer. Gewiss, leider sage ich, so sind auch viele schon verstorben. Und als einer wie ich, der nicht hier Bürger war, der musste dann auch das Prozedere Einbürgerung hinter sich bringen. Die Frau war ja eine Baslerin. Der Sohn und ich jedoch ein Deutscher. In Wirklichkeit jedoch ein Rucksack-Deutscher, das sagte man früher zu den Flüchtlingen aus dem Sudetenland, Ostpreussen oder Schlesien.

Und zurück  zu der Schweiz. So war es früher, dass das Kind immer das war, was eben der Vater gewesen ist. Unsere Nachbarin war auch eine Deutsche, der Ehemann ein Schweizer. Und somit nach dem Gesetz die Kinder automatisch Schweizer. Und so das Prozedere der Einbürgerung: Der Bürgerratspräsident war ein Fässler, die zwei anderen Bürgerräte ein Martin und ein Lander. Und so sagte der Fässler dann zu den anderen, auch dies ist ein Banker wie er. Wir fuhren nämlich im Zug hie und da gemeinsam von Frenkendorf via Basel nach Zürich und zurück. Beide waren wir in verantwortlichen Stellen bei Banken in Zürich, wohnten jedoch in Frenkendorf.

Und sagen wir es so, dann war ich einfach ein Frenkendörfer, die Frau, die eine Baslerin war, natürlich auch.

Man verlor als Frau dann das ursprüngliche Bürgerrecht, also Baslerin. Nur nebenbei, Häring und Nägelin waren die Namen der Grosseltern mütterlicherseits von meiner Frau. Arisdorf und Reigoldswil, von dort kamen sie nach Basel. Eben wegen der Arbeit. So auch unser  Sohn war jetzt ein waschechter Bürger von Frenkendorf.

Und väterlicherseits ist die Frau eine Gunst. Und so eine Gunst heiratete einen Stoercklé. Und nur nebenbei erwähnt, so heisst es jetzt in einer Gemeinschaftspraxis in Reigoldswil. Dr.med. Cosette Stoercklé Buser, Fachärztin FMH für Innere Medizin, Gemeinschaftspraxis Reigoldswil. Früher ging man also vom Oberbaselbiet in die Stadt, jetzt von der Stadt wieder zurück ins Dorf.  Und so kann man ja auch lesen, dass es viele wieder zurück zieht von der Stadt aufs Land. Habe dies nur darum auch erwähnt, um aufzuzeigen, dass die Welt sich immer im Kreise dreht. So auch in der Schweiz und nicht nur in anderen Ländern.

Und dann lebte man sich ein in eine neue Umgebung. Vor allem ich, der früher ein Zigeuner war. Zähle nur stichartig die Orte auf, wo ich überall lebte. Geboren in Gablonz, früher Sudetenland, heute Tschechien, dann ausgesiedelt in einem Viehwagen nach Immichenhain, (Hessen), dann München, dann Memmingen, dann Glasgow als Austausch-Schüler, dann St.Gallen (bei einer Bank), dann Neuchâtel (bei einer Bank), dann London (Sprach-Studium), dann München (Dresdner Bank wegen dem Anrecht auf ein Stipendium), dann Göttingen

( Vorstudium ), dann Hamburg (Studium), dann Frankfurt (Deutsche Bank), dann Basel, Schweizerischer Bankverein, Kantonalbankenverband und Handwerkerbank, dann Migros Bank (Zürich) und schlussendlich die letzten 20 Jahre Basellandschaftliche Kantonalbank in Liestal. Man machte im Dorf etwas in der Politik wie auch in Funktionen vom Sport. Belassen wir es dabei, soll  nicht heissen, dass Eigenlob stinkt. Gut, so seit einigen Jahren bin ich pensioniert. Ich habe Zeit, gemeinsam mit der Frau, auch Anlässe im Dorf zu besuchen. Dann auch etwas für die Gesundheit zu machen, einfach mit den Felsenheimern  (eine Gruppierung von der Männerriege Frenkendorf) zwei Mal im Monat eine Wanderung. Und auch monatlich dann gemeinsam mit der Frau die Wanderung mit der evangelisch-reformierten Kirche. Ein wenig tätig sind wir auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Und was uns besonders freut, dass viele daran Freude haben. Egal, ob ältere Herrschaften, junge Leute, dann auch einige Vereine, die dadurch in ihrer Arbeit ein wenig gestärkt werden. Und so können wir auch dies als Frenkendörfer Familie  zum Schluss sagen, dass auf der Strasse, in Geschäften, bei Anlässen uns immer mehr Leute grüssen. Wir natürlich auch. Viele wissen ganz sicher auch etwas über uns. Jedoch etwas Bedrückendes habe ich zum Beispiel darin nicht gefunden. Die Frau sicher auch nicht.  Einfach sich freuen, so sage ich es allen, wenn man in einem Dorf wie Frenkendorf leben darf. Und zum Schluss noch diese Bemerkung, im Moment spielt die Welt verrückt. Das geht bei keinen von uns so spurlos vorbei. Nur in Stichpunkten, die Zuwanderung, dann die Negativzinsen, dann auch die digitale Welt, vor allem die ältere Generation hat hier ihre Probleme, dann auch dies, dass die Menschen älter werden, so auch die Betreuung im Alter, etc. etc.  Bei jüngeren Leuten auch der Arbeitsplatz. Und trotzdem, so kann  ich enden, es muss weiter gehen, nicht nur im Sinne von uns älteren Menschen, nein auch die junge Generation möchte eine Zukunft haben. Und daran sollten wir alle arbeiten. Jeder auf seine Art. Und bitte auch in der Politik nicht den ständigen Hass. Das bringt nichts und wir sehen es ja jetzt, es hat dann die verdammten Kriege. Und in Europa, seit 1945, doch der Friede. Egal, wie man es sieht, ich sehe dies einfach positiv.

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