Basel

Mit blinden Passagieren nach Basel

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Der fünfte und letzte Tag zu Fluss: Von Rheinfelden zum Dreiländereck beim Basler Rheinhafen.

Während wir im Hotel waren, haben sich im Boot Horden von Kellerasseln einquartiert. Wir entfernen sie mit Ästen und spitzen Fingern von den Sitzen, dem Bodenbrett und der Bootshaut und fahren los. Die Temperaturen sind herbstlich kühl, an den Wäldern rechts des Rheins hängt Dunst. Vor dem Kraftwerk Augst-Wyhlen fahren wir in einen kleinen Hafen. Neben Seerosen wassern wir das Boot aus und umgehen das Kraftwerk auf einem schmalen Weg.

Links ziehen die Industrieanlagen von Schweizerhalle, rechts diejenigen von Grenzach vorbei. Die Schiffe, die uns entgegenkommen, tragen Namen wie „River Queen“ oder „Heidi 2“ und werden grösser, je näher Basel kommt. Im Rheinhafen Birsfelden riecht es nach Benzin. Frachtkähne wie „Kies-Ueli“ oder „Don Bosco II“ schlummern am Ufer.

Auf der Kraftwerkinsel Birsfelden üben Fischer: Ihn weiten Bögen schwingen sie Fliegenschnüre auf die Wiese. Vorbei an Power-Walkern, Joggerinnen und Mountainbikern erreichen wir das Unterwasser. Beim Verstauen des Bootswagens entdecken wir weitere Kellerasseln. Sie stellen sich tot, wenn sich unsere Finger nähern.

In Basel herrscht reger Verkehr in der starken Strömung: Fähren kreuzen unseren Weg, Motorboote und ein „Rhytaxi“ überholen uns, Passagierschiffe und Lastkähne ächzen uns entgegen. Kurz vor unserem Ziel kriecht die Wiese unter einer Metallbrücke hervor und mündet in den Rhein. Wie anders haben wir dieses Zusammentreffen aus der Literatur in Erinnerung: Johann Peter Hebel beschrieb es als Heirat von „Feldbergs Tochter“ (Wiese) mit „Gotthards grossem Bueb“ (Rhein).

Beim Dreiländereck fahren wir in ein Hafenbecken des Basler Rheinhafens. Wir sind am Ziel! Beim Demontieren des Faltboots entdecken wir weitere Kellerasseln unter dem Süllrand. Fünf Tage zu Fluss liegen hinter uns. Wir haben neue Landschaften, Städte und Dörfer entdeckt oder aus neuer Perspektive wahrgenommen. Wir haben erfreuliche Begegnungen mit Menschen und unerfreuliche mit Kellerasseln erlebt.

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