Lengnau (AG)

Pilgerreise zu unserer Lieben Frau von Ziteil

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Die Personalpfarrei Hl. Maximilian Kolbe in Thalwil lud die Gläubigen am 7. Juli 2020 zu einer Wallfahrt nach Ziteil ein, wobei auch der Aargau gut vertreten war. Begleitet wurden sie von Pater Martin Ramm FSSP.

Ziteil gilt als höchstgelegener Marienwallfahrtsort Europas. Die Wallfahrtskirche und Pilgerhaus liegen am Osthang des Piz Curvèr auf dem Gemeindegebiet von Surses im Kanton Graubünden auf einer Höhe von 2433 m. ü. Meer. Gemäss Legende ist im Jahr 1580 im Oberhalbstein einem 18-jährigen Mädchen eine weissgekleidete Dame erschienen, die zu ihr sprach: „Gehe hin und sage dem Volk im Oberhalbstein, es habe nun so viel gesündigt, dass nicht noch mehr ertragen werden könne. Wenn es sich nicht bessert, wird Gott es streng bestrafen, so dass er nicht nur die Feldfrüchte verdorren, sondern das Volk vom Jüngsten bis zu Ältesten sterben lassen wird. Ich kann bei meinem Sohn für dieses Volk nicht mehr Fürbitte einlegen.“ Acht Tage darauf erschien diese Frau einem 16-jährigen Knaben in Ziteil und wiederholte ihre Bitte. Als man damit begann, Prozessionen zu halten, fingen die verdorrten Feldfrüchte wieder zu grünen an.

Bei strahlend schönem Wetter trafen sich mehr als fünfzig Pilger mit Pater Ramm beim Parkplatz der Alp Munter (1644 m. ü. Meer), um gemeinsam den zweistündigen Fussweg zum Heiligtum auf sich zu nehmen. Betend und singend marschierte man den Berg hinauf, mitten durch die wunderschöne Schöpfung Gottes. Bei der liebevoll geschmückten Wallfahrtskirche angelangt, erklang zunächst das ,Salve Regina‘. Dann feierte man mit Pater Ramm die hl. Messe im a.o. Ritus als Votivmesse zu Ehren der „Allerseligste Jungfrau Maria von der Wundertätigen Medaille“. Eine Frauenschola sang die IV. Choralmesse, und die Gläubigen stimmten aus voller Seele in den Gesang ein. In seiner Predigt erwähnte Pater Ramm, dass genau heute vor 13 Jahren, nämlich am 7. Juli 2007, Papst Benedikt XVI. das Motuproprio „Summorum Pontificum“ veröffentlichte, in welchem er die überliefert Form der hl. Messe gewürdigt hat. Aus der Lesung Offenbarung Kapitel 12 vernahmen die Gläubigen: „Ein grosses Zeichen erschien am Himmel: Eine Frau, mit der Sonne umkleidet, der Mond unter ihren Füssen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen sollte. Und ihr Kind ward zu Gott und zu seinem Thron entrückt …“. Darauf folgte das Evangelium nach Johannes 2: „In jener Zeit fand zu Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dort. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit geladen. Und da der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr…“

In die hl. Messe wurden der Dank und die Anliegen der Gläubigen mit hineingenommen.

Anschliessend begaben sich die Pilger in die gemütliche Pilgerstube, wo ein feines Mittagessen auf sie wartete, zubereitet vom Pilgerpfarrer Paul Schlienger.

Um 15.00 Uhr wurde die Wallfahrt mit einer kurzen Andacht abgeschlossen. Gemeinsam ging man an den Abstieg. Kaum kam man an ein Schneefeld, sah man schon Schneebälle fliegen, wobei auch der ein oder andere Pilger erfrischt wurde. Auch der klare Bach wurde erkundet, nicht nur auf, sondern auch unter der Brücke. Glücklich und gesegnet gelangte man zur Alp Munter. Nach einer herzlichen Verabschiedung traten die Pilger mit tiefer Dankbarkeit im Herzen den Heimweg an.

Lengnau, 9.7.2020

Marianne Baldinger-Lang 

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