Cyrill Steinacher entwischte auf den letzten Kilometern der 126 km langen Prüfung einer Spitze von sieben Fahrern. Diese Spitze hatte sich in der zweitletzten von 18 Runden gebildet. Bei seinem Angriff konnte Steinacher auf die Unterstützung seines Mannschaftskameraden Stefan Rütimann (Leibstadt) zählen.

Der frühere Profi hatte das Pfingstrennen vor Jahresfrist gewonnen. Diesmal war Rütimann mit dem dritten Platz zufrieden: «Ich liebe die Rennen bei Regen und auf nassen Strassen nicht. Deshalb stellte ich mich in den Dienst meines Mannschaftskollegen». Der teilweise starke Regen, der nach der ersten Rennstunde einsetzte, konnte Steinacher nichts anhaben.

«Im Moment habe ich eine gute Form. Nachdem ich an Auffahrt bereits in Diessenhofen gewinnen konnte, ist dies innert kurzer Zeit nun der zweite Siegt», freute sich der 20-jährige Sulzer. Angesichts der guten Form wurmt es ihn ein bisschen, dass er nun in die Rekrutenschule einrücken muss.

Von seinen Gegnern unterschätzt

Umso mehr, als er nicht in die Sportler-RS kann sondern einen normalen Dienst macht: «Als normaler Rekrut werde ich schauen müssen, ob ich trainieren kann. Das Gesuch für die Sportler-RS hatte ich zwar gestellt. Leider wurde es nicht bewilligt».

Bei den Amateuren standen Cyrill Steinacher (Mitte) vor dem Berner Kevin Schaffner (links) und Vorjahressieger Stefan Rütimann zuoberst auf dem Podest.

Bei den Amateuren standen Cyrill Steinacher (Mitte) vor dem Berner Kevin Schaffner (links) und Vorjahressieger Stefan Rütimann zuoberst auf dem Podest.

Die fehlenden Resultate in der letzten Saison, als Steinacher nach einem Sturz an der Schweizermeisterschaft in Schneisingen wegen einer Achselverletzung mehrere Monate ausfiel, dürften dazu geführt haben, dass sein Gesuch für die Spitzensport-RS abgelehnt wurde.

Vielleicht haben die fehlenden Resultate auch dazu geführt, dass er in Ehrendingen in der Schlussphase von seinen Gegnern unterschätzt wurde. Auf jeden Fall erreichte Steinacher mit sieben Sekunden Vorsprung als klarer Solosieger das Ziel. 

Fünf Rennen an einem Pfingstmontag

Das Pfingstrennen von Ehrendingen, das bereits zum 41. Male ausgetragen wurde und damit eines der wenigen Strassenrennen der Schweiz mit einer solch langen Tradition ist, sah im Hauptrennen die Amateure und U-23-Fahrer am Start. Startgelegenheiten erhielten auch die Anfänger und Junioren sowie die Frauen Elite und der Frauen-Nachwuchs.

Auch das Frauenrennen brachte mit Sandra Weiss (Mitte) eine Aargauer Siegerin hervor. Die Fricktalerin gewann vor Marcia Eicher (links) und Jutta Stienen.

Auch das Frauenrennen brachte mit Sandra Weiss (Mitte) eine Aargauer Siegerin hervor. Die Fricktalerin gewann vor Marcia Eicher (links) und Jutta Stienen.

Diese Rennen fanden am Montagvormittag auf teilweise noch trockenen Strassen statt. In Ehrendingen wurden also insgesamt fünf Rennen ausgetragen. Allerdings startete die Frauen Elite mit den Junioren und der Frauen-Nachwuchs mit den Anfängern.

Da beide Rennen der Frauen zum Schweizerischen Frauen-Cup zählten, wurden die Amazonen separat klassiert. Etwas, das es nicht in allen Schweizer Rennen gibt. Im Rennen der Frauen Elite setzte sich mit Sandra Weiss ebenfalls eine Fahrerin des RV Sulz durch. Sie sorgte dafür, dass die Radsportler aus der Fricktaler Rad-Hochburg in Ehrendingen gleich zweimal zuoberst auf dem Siegerpodest standen.

Aargauer auf den Ehrenplätzen

Das Juniorenrennen wurde von Elia Blum (Münsingen) gewonnen. Er setzte sich in der zweitletzten von zwölf Runden alleine ab und erreichte das Ziel mit 32 Sekunden Vorsprung als Solosieger.

Hier landeten die Aargauer auf den Ehrenplätzen. Fabio Christen (Gippingen) kam als Zweiter vor Dominik Weiss (Sulz) ins Ziel. Beim Frauen-Nachwuchs war Lara Stehli (Knonau) vor der Junioren-Schweizermeisterin Noemi Rüegg (Steinmaur) die Schnellste.

Bei den Anfängern schwang der Jurassier Robin Donzé (Saignelegier) vor Yanis Markwalder (Weinfelden). Hinter ihm folgten mit Nicola Schleuniger (Würenlos) und Jan Christen (Gippingen) die besten Aargauer.