Wer geglaubt hatte, dass der Auswärtssieg beim Schweizer Meister Monthey den „Wings“ für den dritten Teil der Meisterschaft mehr Stabilität und Zuversicht gegeben hatte, Rang 8 doch noch zu erreichen, sah sich getäuscht. Und enttäuscht.

Denn gegen den Aufsteiger Vevey, der in den letzten Wochen nochmals tüchtig gewirbelt hatte (Neutrainer Dragan An­drijevic brachte gleich den 212 Zentimeter grossen Sohnemann Aleksandar und den superben Spielmacher Jagos Matijasevic mit), stand nicht jener Rivale auf dem Feld, der während den ersten 18 Meisterschaftspartien gleich 17 Niederlagen kassiert hatte.

Die Saison ist verseucht

Und weil diese 13. Nationalliga-A-Saison in jeder Hinsicht verseucht ist, verletzte sich im Abschlusstraining der 213 Zentimeter grosse Björn Schoo am Fuss und konnte tagsdarauf nur marginal mitspielen – oder eben mithinken.

Und weil Aufbauer und Spielmacher Petar Babic wieder einmal einen ganz schwachen Tag eingezogen hatte, lagen die Baselbieter bereits zur Pause hoffnungslos im Rückstand. Vor allem das zweiten Viertel, das mit 30:12 (!) an die Viviser ging, war aus lokaler Sicht ein absoluter Graus.

Starke Reaktion nach der Pause

In den zweiten 20 Minuten jedoch, mit dem Mute der Verzweiflung, startete die Equipe von Trainer Roland Pavloski eine beeindruckende Aufholjagd. Es waren primär Nemanja Ca­lasan und Allyn Hess (die man sich in der kommenden Saison durchaus wieder in Birsfel­den wünschen würde), welche – mit Hilfe von Brunelle Tutonda und Branislav Kostic (das einzige Eigengewächs, das in dieser Saison ein sicherer Wert war) – Punkt um Punkt auf­holten.

Und 56 Sekunden vor der Endsirene, beim Stand von 71:75, schien ein erneutes Wunder möglich zu sein. Aber Vevey, in dessen Reihen mit den Louissaint-Brüdern drei Spieler aus dem Umfeld der Nationalmannschaft spielen, brachte den Erfolg dank Nerven­stärke und Kollektiv über die Zeit. Die Welschen konnten als 8.

Mann den senegalesi­schen Internationalen Mansour Kassé (25, 208cm), welcher in der letzten Saison in der spanischen LEB-Liga (2. Division) „gerockt“ hatte, einsetzen. Neunter Mann ist der eigent­liche Königstransfer Vincent Gaillard (25, 204cm), der auf eine verkorkste, von Verletzun­gen geprägte Saison zurückblick, einst jedoch in der Stammfünf der Schweizer National­mannschaft auflief. Von diesen Zuständen sind die Starwings weit entfernt – den 8. und 9. Mann gibt es schlicht nicht. Und darum ist es gut, dass Mitte April die Spielzeit 2018/19 zu Ende geht.