NLB-Handball

Auswärtspartie in der Romandie: Der TV Solothurn duelliert sich mit den Galliern des Schweizer Handballs

TVS-Spieler Dylan Brandt im Abschluss.

TVS-Spieler Dylan Brandt im Abschluss.

Die Deutschschweizer dominieren die Schweizer Handballszene. Nur gerade eine Mannschaft in den beiden Nationalligen kommt von der anderen Seite der Sprachgrenze, CS Chênois Genf. Und gegen diese Romands tritt der TV Solothurn am Sonntag auswärts an.

Wir befinden uns im Jahr 2020 n. Chr. Die ganze Handballschweiz ist von Deutschschweizern besetzt… Die ganze Handballschweiz? Nein! Eine von unbeugsamen Romands bevölkerte Stadt hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

Es ist ein wenig wie bei Asterix und Obelix in der Schweizer Handballszene. Als einziger Vertreter der welschen Schweiz wehrt sich Chênois seit Jahren gegen die deutschschweizerische Übermacht in NLA und NLB.

Entgegen dem Comic, wo die Gallier am Ende immer als Sieger da stehen, haben es die Genfer in den Handballhallen der Schweiz aber einiges schwerer. Denn der Zaubertrank der Gallier würde wohl gegen jede Dopingbestimmung verstossen und sogar wenn Chênois einen Miraculix im Verein hätte, sein Trunk wäre im Sport nicht zugelassen. So müssen sich die Romands jeweils mit den gleichen Voraussetzungen ihrer Gegner erwehren.

Kein Zaubertrank, dafür der Heimvorteil

In den vergangenen Jahren klappte dies manchmal besser, oftmals aber auch schlechter. So kämpfte Chênois vergangene Saison gegen den Abstieg aus der NLB, ehe die Spielzeit abgebrochen wurde. Zuvor waren die Genfer gar zwei Jahre in der Erstliga, da sie in der Saison 2016/17 als Zweitletzte den Abstieg hinnehmen mussten und nicht gleich wieder aufstiegen.

In der aktuellen Meisterschaft scheint es den Galliern des Schweizer Handballs wieder besser zu laufen. Mit sieben Punkten aus sechs Spielen sind sie gut in die Saison gestartet und konnten mit einem Remis gegen Stäfa und dem Sieg gegen Baden zwei grosse Ausrufezeichen setzen. Auffällig ist dabei die Heimstärke. Wenn schon kein Zaubertrank erlaubt ist, scheint wenigstens die vertraute Heimhalle ein Vorteil zu sein – fünf der sieben Punkte holte Chênois in heimischen Gefilden.

Angriff ist die beste Verteidigung

Das drittplatzierte Solothurn hingegen punktete gleichermassen zuhause wie auswärts. Der TVS hat aktuell einen starken Lauf und viel Selbstvertrauen. Centurion Martin Prachar hat es geschafft, ein Team das viele Wechsel hatte, innert kurzer Zeit zu einer Einheit auf dem Platz zu formen. Sowohl in der Abwehr mit der neu entdeckten 5:1-Deckung, wie auch im Angriff mit flexiblen Auslösungen war Solothurn in den vergangenen Spielen meist eine Macht.

Wie sich die Truppe aus Salodurum gegen die erstarkten Handball-Gallier aus Genf schlägt, wird sich für einmal nicht in der Defensive, sondern im Angriff weisen. Denn Chênois ist traditionell eine offensive Mannschaft mit viel Durchschlagskraft, vor allem im Rückraum. Aber in der Defensive lassen sie oft auch viel zu. Nicht von ungefähr fielen in den letzten sechs Begegnungen der beiden Kontrahenten im Schnitt ganze 56 Tore pro Spiel.

Die Partie CS Chênois - TV Solothurn findet am Sonntag, 18. Oktober 2020, um 16.00 Uhr in Chênois Sous-Moulin statt.

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