Gemischter Chor Riniken

Ein Tierisches Konzert mit Augenzwinkern

megaphoneVereinsmeldung zu Gemischter Chor RinikenGemischter Chor Riniken

Tiere kommen in zahlreichen Kompositionen von der Renaissance bis in die Neuzeit vor, Tierlaute hingegen seltener. Die Gemischten Chöre aus Muntelier und Riniken haben beides in ein unterhaltsames Programm eingepackt und dem Publikum am 10. und 11. November 2018 in der Turnhalle Lee in Riniken präsentiert.

Mit „Nobili spettatori!“ begrüsste der 50-köpfige Chor das zahlreich erschienene Publikum in der Turnhalle Lee in Riniken. Kreative Hände hatten diese in einen Konzertraum mit „tierischer“ Atmosphäre umgestaltet. Ganz so tierisch ernst gehe es aber nicht zu, erläuterte die Moderatorin Beatrix Vogl. Sie wohne in Muntelier, sei aber (eingeheiratete) Aargauerin, also bestens prädestiniert für ihre Aufgabe. Sie verstand es, charmant und witzig durchs Programm zu führen.

Mit dem „Contrappunto bestiale alla mente“ von Adriano Banchieri stellte der Chor das Thema vor: Kuckuck, Eule, Hund und Katze liessen ihre Stimme erschallen. Die Grille wollte nicht nachstehen. Sie rühmte ihren „Gesang“ im Lied „El grillo“ von Josquin Desprez. Nach der slowenischen Froschhochzeit tanzte der Chor auch auf der Vogelhochzeit. Thomas Gabriel passte die bekannte Melodie aus dem 16. Jahrhundert den gefiederten Hochzeitsgästen an. Sie erklang fein wie die Meise, hochnäsig wie der Auerhahn, schräg wie der Rabe oder zackig wie der Specht.

Nach einem Piano-Zwischenspiel über Schildkröten, Esel und Goldfische, virtuos gespielt von Stefan Kägi, nahm der Chor den Faden mit der Nachtigall von Felix Mendelssohn wieder auf. Es folgten „heimische“ Klänge, der bodenständige „Ranz des vaches“ vom Fribourger François Pantillon und das neckische Lied von der  Schäferin und dem Kuckuck, komponiert vom Aargauer Hermann Suter. 

Schmetterlinge tanzten hörbar in der Luft, als Stefan Kägi am Flügel zwei Stücke von Edward Grieg und Jules Massenet interpretierte. Franz Schöggel hat aus der bekannten „Launischen Forelle“ von Franz Schubert ein Chorstück komponiert, indem er den Fisch in einem Bach von Mozart, Beethoven, Weber und Liszt schwimmen liess.

Jetzt erhoben auch die Reptilien ihre Stimmen. In einer kraftvollen Improvisation von Stefan Kägi am Flügel kroch und stampfte eine ganze Herde Kriechtiere über die Bühne. Zum Schluss beschrieb der Chor in einem Sprechlied den Tod der Stubenfliege im Marmeladenglas (eine Komposition von Klaus Stahmer) und holte mit den „Animal Crackers“ von Eric Whitacre den Panther, die Kuh und das Glühwürmchen auf die Bühne.

Das Publikum genoss das abwechslungsreiche Programm mit seinen überraschenden Wendungen sichtlich. Davon zeugten das wiederholte Raunen und Schmunzeln. Der Chor, abwechselnd dirigiert vom Muntelierer Chorleiter Valentin Dreifuss und von der Riniker Dirigentin Isabelle von Arx, zeigte eine hohe Präsenz, folgte den Intentionen der Dirigierenden mit wechselnder Dynamik und Lautstärke und verstand es, die Zuhörenden zu fesseln. Der lange Applaus am Schluss war Ausdruck der Freude über ein unterhaltsames, abwechslungsreiches Konzert. 

Meistgesehen

Artboard 1