«Steh’ auf, wenn du am Boden bist», sangen einst die Toten Hosen aus markiger Punk-Kehle. Ein Lied, das einen daran erinnern soll, dass man nicht an seinen Niederlagen gemessen wird, oder an Tiefpunkten. Sondern daran, wie man sich nach solchen verhält.

Die Niederlage gegen das unterklassige Wohlen schmerzt, zumal die Aargauer nun mit den Kadetten Schaffhausen ein richtiges Traumlos gezogen haben. Doch gute Mannschaften zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass sie wichtige Spiele immer gewinnen. Im Sport straucheln alle einmal.

Viel entscheidender ist, wie ein Team auf eine solche Niederlage reagiert. Um die nötige Motivation und schnell wieder den Tritt zu finden, ist es wichtig, dass möglichst schnell ein weiteres Topspiel folgt. Für den TV Solothurn dürfte es dafür fast keine bessere Gelegenheit geben als das Derby gegen den Lokalrivalen aus Biel.

Umgekehrte Vorzeichen

Der Saisonstart der beiden Kontrahenten könnte unterschiedlicher nicht sein. Die Gastgeber der Sonntags-Affiche, der HS Biel, begann die Saison mit einem Heimspiel gegen die Pfadi Espoirs und gewann sehr deutlich. Der TVS hingegen musste im ersten Spiel auswärts gegen Stans antreten und verlor denkbar knapp. Biel reiste anschliessend dreimal in die Ferne. Sowohl gegen Emmen, wie auch gegen Stäfa und die jungen Kadetten aus Schaffhausen setzte es nach dem Startsieg drei Niederlagen in Folge ab.

Solothurn seinerseits schaffte nach dem ersten Spiel die Trendwende und siegte in der Meisterschaft zuletzt dreimal nacheinander. Wädenswil, Altdorf und ebenfalls die Pfadi Espoirs zogen gegen die Ambassadoren den Kürzeren. Dies vor allem jeweils dank starker Defensiv-Leistungen. Anders die Seeländer: bei jeder der drei Niederlagen kassierte Biel mehr als 30 Gegentore.

Grosse Veränderungen beim HS Biel

Dass sich die Bieler in dieser Saison erst noch finden müssen, war abzusehen. Viele Leistungsträger sind nach dem letzten Jahr zurückgetreten oder haben den Verein gewechselt. Die vielen neuen Spieler mussten somit zuerst zu einer Einheit geformt werden und bestritten nun ihre ersten Ernstkämpfe.

Einer dieser neuen Spieler bei den Seeländern ist ein alter Bekannter der Solothurner. Der linke Flügel Marco Melcher spielte bis letzte Saison selber beim TVS und hat daher bereits Erfahrung in der NLB.

Die richtige Medizin für die Solothurner

Auch die weiteren Neuzugänge können sich sehen lassen. Von Ligakonkurrent Birsfelden stiess deren Topskorer Peter Schmid zu Biel, ebenso zog es das 21-jährige Talent Manuel Bamert ins Seeland. Und der als Wunschtransfer betitelte Kreisläufer Clemens Schlegel wechselt aus der deutschen Oberliga zum Lokalrivalen des TVS.

Wie immer wird es in einem Duell der beiden Mannschaften an Motivation und Emotionen nicht fehlen. Nach dem eher lustlosten Auftritt im Cup vielleicht genau die richtige Medizin für die Solothurner.