Punkt 19.00 Uhr eröffnete der Präsident, Markus Aellen, den Abend. Zwei der besten Winzerinnen Europas als Referentinnen begrüssen zu können ist nicht Alltagsgeschichte. Annatina Pelizzatti und Irene Grünenfelder standen im Mittelpunkt.

Den renommierten Weinproduzentinnen aus Jenins galt sofort höchste Aufmerksamkeit. Ohne Verstärkertechnik und in schönstem Bündnerdialekt eröffneten uns die beiden Winzerfrauen ein paar Details aus ihren Lebenswegen und bezeichneten sich selbst als Quereinsteigerinnen. Zentrale Aussagen beider Damen lauteten: „Wenn man etwas will, dann kann man es auch erreichen“ und „ Fehler sind zugelassen, aber bitte den gleichen Fehler nicht zweimal!“

Zu den Weinen mit der deutlich eigenen Handschrift beider Produzentinnen: Ein frischer Schaumwein, ein Cremant, als erster Jahrgang produziert von Irene Grünenfelder, mundete ausgezeichnet zum Apéro. Zur Vorspeise zwei Pinot Blanc, (eine Mutation von Pinot gris) im Stahltank ausgebaut. Einer aus dem Weingut Eichholz von Irene Grünenfelder und der andere aus dem Weingut von Annatina Pelizzatti. Beides Jahrgänge 2011 und ganz frisch abgezogen. Lassen wir ihnen noch etwas Zeit, dann kommen sie noch besser!

Zum Hauptgang folgten drei Pinot Noir mit Barrique-Ausbau. Alle drei sind Lagenweine. Selbst in der Herrschaft, ein Weingebiet rund um die Dörfer Malans, Maienfeld, Jenins und Fläsch, (flächenmässig zu vergleichen mit der Rebfläche im Kanton Aargau), gibt es sehr unterschiedliche Terroirs. Böden mit vielen Steinen, solche mit Schiefer oder andere mit Lehmunterlagen. Die Ernte der Pinot Noir Trauben könne sehr spät ( gut ausgereift ) erfolgen, da im Herbst in der Herrschaft wenig Nebel vorkomme und somit eine sehr geringe Fäulnisgefahr bestehe.

Zum Käseplättli wurden drei Jungweine, frisch aus dem grossen Holzfass, serviert. Der eine Chardonnay von Irene Grünenfelder aus sehr jungen Reben präsentierte sich frisch und spritzig. Der zweite Chardonnay stammte von ca. 25-jährigen Rebstöcken von Annatina Pelizzatti. Er war noch etwas verschlossen und ruft nach Ausbauzeit. Auch der dritte im Glas,  ein frischer und offener Pinot noir, stammt aus den Weingärten von Annatina Pelizzatti. Insgesamt alle drei passend und mit Potenzial  zu sehr schönen Weinen.

Zum Dessert ein Versuch von Irene Grünenfelder. Ein Vintage 2010 aus 100% Diolinoir-Trauben gekeltert, à la methode Portwein vinifiziert und das Traubengut mit eigenen ( vorher gewaschenen ) Füssen getreten. Wir genossen den feinen und süssen Roten zum feinsten Schokoladenmousse.

Irene Grünenfelder meinte dazu: Ich erhebe keinen Anspruch auf einen Jahrgangswein, aber es war mir der Versuch wert!

Der Geräuschpegel wurde grösser und die Stimmung unter den Anwesenden liess vermuten, dass die Botschaften der zwei Bündner Frauen die Herzen der Gäste erreicht haben. Als Präsident Markus Aellen den ambitionierten Winzerinnen für den unvergesslichen Abend dankte, folgte aus der grossen Teilnehmerschar ein tosender Applaus. Ein grosses Dankeschön richtete der Präsident im Namen der Freiämter WeinfreundInnen an das Küchen- und Serviceteam. Philipp Stalder zauberte einen perfekten Viergänger aus der Küche. Seine Frau Mirjam sorgte mit ihren flinken und charmant auftretenden Serviererinnen dafür, dass die Speisen und die Weine jederzeit zum richtigen Moment bei den Gästen eintrafen. Eine Super -  Leistung! Ganz herzlichen Dank! Und – wenn wir dürfen – kommen wir gerne wieder.

Die Uhr zeigte gegen 23.30 h, als sich die ersten Gäste verabschiedeten. Eine allgemein gute Stimmung war feststellbar. Öfters hörte man sagen: „Wieder ein gefreuter Abend - es hat uns sehr gut gefallen!“ Eine kleine Kerngruppe hat dann mit den zwei beindruckenden Winzerinnen noch einmal das Glas erhoben und wahrscheinlich versucht, ihnen das eine oder andere Geheimis zu entlocken?

www.weinfreunde-freiamt.ch

Beitrag von Otto Sprenger ( OESp)