Ausser Spesen nichts gewesen, in etwa so könnte man die Reise nach Genf beschreiben. Viel hatte man sich gegen den Leader vorgenommen. Zu Beginn des Spiels schienen beide Teams etwas nervös zu sein, denn es brauchte mehr als drei Zeigerumdrehungen bevor die Einheimischen das Skore eröffneten. Bis zur 10. Minute gestaltete sich die Startphase ausgeglichen, ehe sich bei den Oltnern die technischen Fehler häuften und die Calvinstädter auf 8:4 davonzogen. Die Genfer verstanden es fortan den Vorsprung zu halten oder gar bis zu sechs Toren auszubauen. Etwas typisch für die erste Halbzeit war die Phase zwischen der 26. und 29. Minute, in der keine Tore fielen und die geprägt war von vielen kleinen Ungereimtheiten. Die Oltner konnten in dieser Phase des Spiels dem Gegner nicht näher rücken und so musste man mit einem Fünftorerückstand in die Pause (17:12).

In der zweiten Spielhälfte vermochten die Romands den Vorsprung lange zu verwalten ehe die Oltner in der 43. Minuiten erstmals auf 2 Tore verkürzen konnten. Das Spiel wog nun hin und her und immer wieder war es der Oltner Schlussman Silen Locatelli, der mit tollen Paraden seine Farben im Spiel hielt. Der unrühmliche Höhepunkt der Partie folgte dann in der 48. Spielminute, als der Genfer Oslane Goutai nach einer Tätlichkeit die direkte rote Karte sah. Nicht das erste Mal, dass dieser Akteur eine Begegnung gegen Olten nicht bis zum Schluss erlebt... Würde man über ihn einen Film drehen, wäre der Titel wohl ‘Der Unbelehrbare’. Diese Aktion war dann so etwas wie der Beginn einer turbulenten und zum Teil hektischen Schlussphase. Nach knapp 54. Minuten erzielte Moritz Aufdenblatten den 24:23 Anschlusstreffer und die Grün-weissen hatten nun sogar die Chance zum Ausgleich. Jedoch pfiffen die Unparteiischen zwei Aktion von Manuel Zehnder zum Entsetzen der Gäste ab. Nach dem 25:23 Treffer der Genfer widerholte sich die Szene noch ein drittes Mal (wiederum wurde ein technischer Fehler der Oltner geahndet) und dies war dann auch mitunter der Genickbruch für den HVO. Man haderte etwas mit den Entscheidungen des Schiedsrichterduos und konnte in der verbleibenden Zeit nicht mehr zum Heimteam aufschliessen. Am Ende siegten die CS Chênois nicht unverdient mit 29:26. Die Gastgeber waren über weite Strecken vor allem im Angriff die agilere Mannschaft. Die Oltner zeigten im zweiten Spielabschnitt eine beherzte Leistung, welche für die nächsten Spiele Mut gibt. Dem HVO fehlte in den entscheidenden Momenten nebst dem eigenen Unvermögen auch etwas das Wettkampfglück im Abschuss. Sicher müssen die immer wieder einschleichenden einfachen Fehler in den nächsten Begegnungen minimiert werden.

Marco Lorenz