Kurz vor der Pause herrschte auf der Pressetribüne Konsens darüber, dass die Old Boys das 0:0 gegen die U21 des FC Basel unbedingt zur Pause halten müssen, wollen sie am Ende dieses Derbys Punkte mitnehmen. Denn das Spiel konnte bis anhin symbolischer kaum sein.

Die Gelbschwarzen setzten zu Beginn mehr Offensivakzente, liessen dann jedoch den Gegner besser ins Spiel kommen. Und just eine Minute nach der grossen Weisheit der Presseleute fiel schliesslich das 0:1 für die Gäste, was bereits die Vorentscheidung der Partie bedeutete.

Aus eineinhalb Chancen ein Tor

„Basel machte in der ersten Hälfte aus eineinhalb Chancen ein Tor“, ärgerte sich OB-Sportchef Rafet Öztürk nach der Partie, mit einem schon fast zynischen Unterton, denn es ist tatsächlich nichts Neues für den Quartierklub von der Schützenmatte. Ordentlich spielen, null Punkte holen – das ist das andauernde Schema mit dem sich die Old Boys durch die Saison schlagen.

Sechs Punkte Rückstand sind es bereits auf auf den Nichtabstiegsplatz, bei elf ausbleibenden Partien. Oft kommt auch Pech hinzu, denn der Ball landete der eben angesprochenen Situation landete nach einer guten Parade von Keeper Florian Fioux gleich vor den Füssen von Luca Tausch, der zum 0:1 einschob. Es war der erste Saisontreffer für den deutschen Stürmer und das erste Tor seit März 2017, als er ebenfalls gegen die Old Boys traf. 

Taktikänderung kurz vor der Partie

Die Begegnung war geprägt vom miserablen Wetter und dem daher schwierig bespielbaren Platz. Unter dem Strich war es ein schwaches Derby. Die „alten Buben“ versuchten das Spiel zu gestalten und konnten auch leichte Akzente setzen – richtig torgefährlich wurden sie jedoch selten. Und der FCB hielt sich zu Beginn eher zurück. „Wir haben die Taktik auf Grund des Terrains verändert und spielten mit weniger Pressing“, erklärte FCB-Trainer Arjan Peco.

Die Führung kam dann zu einem verdienten Zeitpunkt, denn bereits zwei Minuten zuvor hätte Afimico Pululu das 1:0 erzielen müssen, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz am stark spielenden Florian Fioux, dem besten „Old Boy“ an diesem Nachmittag. Die zweite Hälfte war ebenfalls kein Leckerbissen, immerhin blieb es bis zur Nachspielzeit spannend, erst dann konnte Noah Okafor einen Konter souverän mit dem 2:0 abschliessen und die Partie definitiv entscheiden. 

Der fehlende Mittelstürmer

Interessant waren die Sichtweisen der verschiedenen Exponenten nach der Partie: Arjan Peco sprach von einem völlig verdienten Dreier, während Rafet Öztürk etwas überspitzt von einem gestohlenen Sieg sprach. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte, wobei das Heimteam ein Unentschieden verdient gehabt hätte. Öztürk kennt das Problem: „Uns fehlt ein klassischer Mittelstürmer.“ Nur wissen dies die Verantwortlichen bereits seit der Hinrunde.

Dass man trotz der Tieflohn-Philosophie nicht adäquat reagiert hat, ist dennoch fragwürdig und könnte dieses Mal tatsächlich den Klassenerhalt in der Promotion League kosten. Auf der anderen Seite sah man ein sehr junges Basler Team, dass spielerisch keine Klasse besser war, aber dennoch eine gewisse Reife aufzeigte. Dank des Sieges ist der FCB nun auf Platz neun, mit nur zwei Punkten Rückstand auf das viertplatzierte Brühl.

Nicht um den Klassenerhalt, sondern um den „Aufstieg“ in den Schweizer Cup kämpften am Samstag die Black Stars. Gegen das von ex-Natispieler Alexandre Comisetti trainierte Echallens resultierte jedoch eine 1:2-Niederlage. Ex-Xamaxiens Yassine El Allaoui vermieste die Stimmung auf dem Buschweilerhof mit einem Doppelpack. Für die Black Stars traf Uruejoma zum zwischenzeitlichen 1:1. JWE