Mikkel Hansen, Nikola Karabatic, Domagoj Duvnjak oder Uwe Gensheimer. Das sind nur einige Namen aktueller Topstars im Handball. Alle stehen sie gerade an der Weltmeisterschaft im Einsatz und kämpfen dort in spektakulären Spielen um den Titel. Während die Weltelite sich in Deutschland und Dänemark duelliert, pausiert die Meisterschaft in den höheren Ligen in der Schweiz. Nicht so der Trainingsbetrieb – ganz im Gegenteil. Nach der trainingsfreien Zeit über die Feiertage mussten die Spieler des TV Solothurn Anfang Januar zur Saisonmitte bereits wieder antreten. Kurz aber intensiv hat die Mannschaft daran gearbeitet, das Leistungsniveau nach der Pause wieder zu steigern.

Strenge «kleine» Vorbereitung

Normalerweise findet die Saisonvorbereitung im Sommer statt, wie in allen Sportarten eben vor Meisterschaftsstart. Doch durch die Pause, die jeweils wegen Europa-, oder wie dieses Jahr Weltmeisterschaften, in der Liga im Januar entsteht, bestreiten die Teams zu Jahresbeginn eine zweite, «kleine» Vorbereitung. Intensive Trainings, um die Kondition zu steigern und taktische Elemente festigen gehören ebenso dazu wie natürlich Testspiele. Als ehemaliger Profi hält Trainer Marco Kurth seine Truppe in diesen Phasen gerne auf Trab.

So nahm der TVS an einem Turnier in Steffisburg teil, bei dem die Ambassadoren sich mit Ligakonkurrent TV Birsfelden und Schweizermeister Wacker Thun messen konnten, jeweils über die vollen 60 Minuten, und das an einem Tag. Gegen die Baselländer konnten die Solothurner im Penaltyschiessen triumphieren, Wacker Thun war dann aber erwartungsgemäss eine Nummer zu gross. Nach einem Halbzeitrückstand von neun Toren verloren die Solothurner am Ende mit 23:31, und erzielten mit der gewonnenen zweiten Hälfte immerhin einen Achtungserfolg. Am letzten Wochenende folgte dann ein weiteres Testspiel gegen Partnerverein BSV Bern Muri, ebenfalls aus der NLA.

Ärgerliche Punktverluste in der Vorrunde

In der aktuellen Woche folgte nun die Detailvorbereitung auf den nächsten Gegner in der Meisterschaft. Mit dem BSV Stans wartet gleich zu Beginn eine grosse Hürde. Zwar kann der TVS zuhause antreten, doch die Bilanz gegen die Innerschweizer sieht nicht gerade rosig aus. Von fünf Begegnungen in den letzten Jahren konnte die Truppe von Marco Kurth nur gerade eines gewinnen. Besonders bitter war die Niederlage im Auftaktspiel dieser Saison, als Solothurn bis kurz vor Schluss mit zwei Treffern Vorsprung führte, und Stans dann doch noch die Wende schaffte.

Solche unglücklichen Punktverluste hatte der TV Solothurn in der ersten Saisonhälfte einige zu verzeichnen. Gegen Ligakrösus Endingen verlor der TVS nach starkem Auftritt mit zwei Toren. Nur ein Treffer Differenz war es gegen den Tabellenzweiten Lakers Stäfa. Und das drittplatzierte Möhlin rettete im CIS noch einen Punkt, nachdem Solothurn die gesamte Partie dominiert, und zwischenzeitlich sogar mit sechs Toren Vorsprung geführt hatte. Diese Leistungen zeigen deutlich, dass der TV Solothurn eine enorme spielerische Qualität aufweist und mit den besten der Liga mithalten kann – oder sogar mehr als das.

Einzig den Vorwurf, dass man oft gegen nominell schwächere Gegner nicht die gleich guten Leistungen abrufen kann, muss sich die Truppe von Trainer Marco Kurth gefallen lassen. Denn dort liegt auch der Grund, wieso der TVS lediglich im Mittelfeld steht. Gelingt es dem jungen Team, diese mentale Stabilität und Disziplin in allen Spielen aufs Feld zu bringen, wird sich der TVS schon früh den Ligaerhalt sichern können. Und sollte noch ein Quäntchen Glück in den Spielen gegen die Favoriten dazukommen, spricht nichts dagegen, sich in der zweiten Saisonhälfte nach oben zu orientieren.