Den Tatsachen sah Sportchef Daniel Bühlmann bereits vor der Playoff-Begegnung ins Auge und schätzte die Gewinnchancen für sein Team gegen den amtierenden Meister als eher gering ein. Trotz Heimvorteil konnten die Niederämter nicht über sich hinauswachsen und mussten sich den Erwartungen entsprechend in drei Sätzen geschlagen geben.

Die Möglichkeit zur Halbfinalqualifikation ist aber noch nicht vertan. Nächstes Wochenende wird das zweite Spiel der Best of Three Serie in Amriswil ausgetragen, wobei bei einem Gewinn von Schönenwerd eine dritte und allesentscheidende Begegnung folgen würde.

Captain Leandro Gerber schliesst dieses Szenario nach der heutigen Niederlage nicht aus: "Sobald wir Druck gemacht haben, wurde Amriswil nervös, da sie den Siegeserwartungen gerecht werden müssen. Wir hingegen können ohne Druck spielen und so diese Karte ausspielen."

Die Möglichkeit auf die Halbfinalqualifikation sieht Gerber nach wie vor optimistisch entgegen: "Wenn wir unsere Defense noch mehr kontrollieren können, bleibt unsere Chance intakt. Denn das war unser grösster Nachteil heute."

Der Start in die Partie verlief für die Niederämter harzig. Die Gastgeber bekennten Mühe mit dem starken Aufspielen der Gäste, so dass sie bereits bei der ersten technischen Auszeit mit fünf Punkten zurücklagen (3:8). Diesen Vorsprung konnte Amriswil ungehindert weiter ausbauen, trotz des zwei Punkte später folgenden Timeouts von Trainer Rainer Vassiljev.

Leichte Gegenwehr

Erst zur Satzmitte kam leichte Gegenwehr von Schönenwerd auf, die jedoch nur kurzweilig andauerte (11:15). Nach der zweiten technischen Auszeit waren die Ostschweizer nicht mehr zu bremsen und entschieden den Satz deutlich mit 18:25.

Im zweiten Umgang kamen die Niederämter zwar etwas langsam aber immer sicherer ins Spiel und setzten Volley Amriswil deutlich unter Druck, so dass sich die Führung bis zu Satzmitte immer wieder abwechselte.

Erst durch einen Block an Gerber und einem weiteren Punkt von Ljubicic ging das Team von Trainer Ratko Pavlicevic bei der zweiten technischen Auszeit mit 14:16 in Führung. Die Entscheidung fiel jedoch erst in Money Time, als ein umstrittener Ballwechsel zu Gunsten der Ostschweizer ging und sogleich Jakovljevic einen zweiten Punkt verbuchte (21:23).

Trotz einer Auszeit seitens Schönenwerd erkämpfte Letzterer gleich darauf den Satzball mit einem Block an Rocamora Team, der im nächsten Ballwechsel sogleich mit dem Satzgewinn für Amriswil endete (22:25).

Im dritten Durchgang bäumten sich die Niederämter gleich von Beginn an auf und setzten die Gäste regelrecht unter Druck, so dass auch ihnen Eigenfehler unterliefen und dass Trainer Pavlicevic beim Stand von 11:9 zur Auszeit greifen musste. Trotzdem konnten die Schönenwerder die Führung bis zum Stand 14:13 aufrechterhalten.

Jedoch zeigte sich Amriswil zweimal in Folge stark am Block und legte sogleich durch Steigmeier nach (14:17). Dieser Rückstand konnte auch nicht mehr in der Money Time geändert werden, so dass die Amriswiler beim Stand von 20:23 durch Ljubicic den Matchball ergatterten und dieser durch einen Angriffsfehler von Gerber zum Gewinn brachte.