Das sah erst mal gar nicht gut aus. Der RTV Basel zu Hause vor knapp 700 Zuschauern von Beginn weg gewohnt abgeklärt und effizient – Städtli 1 erneut nur ein Schatten seiner selbst. Vorne zaghaft und glücklos, hinten ohne Glanz und Wirkung.

18:11 nach 30 Minuten: Auch im dritten Spiel schien Baden nicht viel mehr als Staffage fürs Basler Schaulaufen auf dem Weg zum reibungslosen Wiederaufstieg zu sein.

Unschön. Die mitgereisten Badener Fans wappneten sich innerlich bereits für die dritte Pleite im dritten Spiel – und wurden mit dem Anpfiff der zweiten 30 Minuten aufs angenehmste überrascht!

Der Kampfgeist kam nach der Pause

Was immer sich beim Pausentee in der Städtli-Garderobe abgespielt haben mochte, es weckte den schmerzlich vermissten Kampfgeist. Plötzlich stand da eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld: Tor Bühler, Tor Bühler, Tor Grundböck, Tor Bühler, Tor Seitle, Tor Hochstrasser – Timeout Basel!

Beim 19:17 zog Basel-Trainer Sarac erst einmal die Handbremse. Was den Badener Schwung aber nicht nachhaltig zu beeinträchtigen vermochte. Mit einem entfesselten Torhüter Wyss im Rücken kämpften sich die Gäste zum frenetisch bejubelten 20:20, das zweifellos der Knackpunkt der Partie war.

Das 20:21 wäre wohl der Auftakt zu einem weiteren Heimspiel in der Aue gewesen. Basel aber hielt dem Druck stand und erzielte den magischen Treffer zum 21:20. Dann noch hier ein Siebenmeter und da ein technischer Fehler... plötzlich lag der RTV wieder drei Tor vorn – nicht zuletzt dank seinem Torhüter, der nun ebenfalls auf Weltklasse-Niveau agierte.

Treffsichere Badener

Dass Städtli die zweiten 30 Minuten für sich entscheiden konnte, lag nicht zuletzt an den neun Toren von Seppi Zuber, der damit in der NLB-Torschützenliste den Sprung auf Platz 9 schafft. Damit nicht genug: Mit Pascal Bühler (5.) und Marcus Hock (10.) finden sich summa summarum nicht weniger als drei Städtli-Spieler in der Top Ten – Ein Kunststück, das in dieser Saison keinem anderen Verein gelungen ist!

Näher als bis auf drei Tore sollte Baden nicht mehr an das Heimteam herankommen. Das Spiel hatte sich aber zu einem packenden Schlagabtausch auf Augenhöhe entwickelt, der zwar mit Sieg und Wiederaufstieg von Basel endete, aber einen klaren zweiten Sieger kannte: Städtli 1 hatte die zweite Halbzeit mit 11:14 verdient für sich entschieden und konnte hoch erhobenen Hauptes die Heimreise antreten.

Im dritten Anlauf hat man zu guter Letzt also doch noch das ersehnte Ausrufezeichen gesetzt und konnte zeigen, was in dieser grossartigen Badener Mannschaft steckt. Der versöhnliche Abschluss einer mehr als nur bemerkenswerten Saison. 

Sehen Sie sich das Spiel im Livestream noch einmal an: