Promotion League

Trotz starkem Auftritt wieder kein Sieg für den FC Wohlen

Ein Handspiel des FC Wohlen in der Nachspielzeit führt zum Strafstoss für die Gegner – ein harter, aber vertretbarer Entscheid, wie Dölf Bieri (Bild) findet.

Im Heimspiel gegen den FC Köniz vom Mittwochabend, 19. September, konnte sich der FC Wohlen trotz ansprechender Leistung erneut nicht durchsetzen. Nichtsdestotrotz wurde den Zuschauern ein Torspektakel geboten und der eine oder andere Entscheid der Schiedsrichterin sorgte für Emotionen im Stadion.

150 Zuschauerinnen und Zuschauer dürften ihren Stadionbesuch in der Niedermatten nicht bereut haben. Was sie sahen, waren zwei engagiert auftretende Teams, Tore wie am Fliessband und eine Menge Aufregung. Geschichten geschrieben hätte dieses Spiel ohnehin genug. Am Ende stand jedoch nur eine Person im Mittelpunkt: Schiedsrichterin Simona Ghisletta.

Die Partie begann alles andere als verheissungsvoll für die Gastgeber. Bereits nach wenigen Sekunden leistete sich die Wohler Defensive einen kapitalen Bock. Nach einem Zweikampf versuchte Stefano Geri einen Rückpass auf seinen Torhüter Dominik Stutzer zu spielen. FCK-Angreifer Anto Franjic antizipierte die Situation, sprang in die Passroute, umkurvte Stutzer und schob lässig zum 0:1 ein.

Ein Hin und Her der Treffer

Wohlen drückte nun auf den Ausgleich und erspielte sich nicht nur ein Chancenplus, sondern übernahm klar das Spielkommando. In der 32. Spielminute war es Ersatzkapitän Guto, der einen Eckball von rechts per Kopf vollendete und zum 1:1-Ausgleich traf.

Die Freude über den verdienten und überfälligen Ausgleich währte nicht lange. Nur sieben Minuten später konnten die Gäste aus dem Kanton Bern den alten Ein-Tor-Abstand wiederherstellen. Ilker Tugal zeigte sich verantwortlich für den erneuten Führungstreffer für den FCK.

Auch hier sollte die Freude nur von kurzer Dauer sein. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff bekam der FC Wohlen einen Freistoss aus aussichtsreicher Position zugesprochen. Muhammed Seferi trat an, dessen Schuss wurde von einem FCK-Spieler in der Mauer abgefälscht und erwischte den Könizer Torhüter Christian Leite auf dem falschen Fuss. Erneuter Ausgleich, erneut hochverdient!

Fehlende Linie des Schiedsrichtertrios

Auch nach dem Pausentee war der FC Wohlen die spielbestimmende Mannschaft mit den besseren Torchancen. In der 59. Spielminute dann der erste Auftritt von Schiedsrichterin Ghisletta. Wohlens Guto wurde im Strafraum zu Fall gebracht. Penalty! Eine äusserst umstrittene Entscheidung, diesmal noch zu Gunsten der Gastgeber. Der Gefoulte trat selbst an und bescherte dem FC Wohlen erstmals in dieser Saison eine Führung in einem Heimspiel

Nun folgte, was allen Zuschauern schon aus der ersten Halbzeit bekannt war. Die Führung hielt selbstverständlich nicht lange. Bereits in der 63. Minute konnten die Gäste das Resultat wieder ausgleichen. Valerian Boillat zog aus rund 25 Metern einfach mal ab. Der Ball schlug, unhaltbar für Stutzer, in der aus seiner Sicht rechten, unteren Ecke ein.

Hernach war Wohlen weiterhin die spielbestimmende Mannschaft, während Schiedsrichterin Ghisletta mit fortlaufender Spielzeit die Partie immer mehr aus der Hand glitt. Problem hierbei waren nicht einmal zwingend Fehlentscheide, sondern die absolut fehlende Linie des gesamten Schiedsrichterinnengespanns. Für teilweise überhartes Einsteigen beider Teams gab es nicht einmal einen Freistoss, während vermeintlich kleinere Vergehen umgehend mit einer gelben Karte bestraft wurden.

Erneut kein Sieg für den FC Wohlen

In der vierten Minute der Nachspielzeit stand das Schiedsrichterinnentrio dann endgültig im Rampenlicht. Nach einem Eckstoss für den FCK zeigte Ghisletta, mit etwas Verzögerung, plötzlich auf den Elfmeterpunkt. Die Linienrichterin hatte ein Handspiel eines Wohlers gesehen. Den fälligen Strafstoss verwandelte Anto Franjic souverän zum 3:4 aus Sicht der enttäuschten Gastgeber.

Klar, dass nach diesem Entscheid die Emotionen auf der Haupttribüne des Stadion Niedermatten hochkochten. Doch unmittelbar nach dem Spiel musste sogar Wohlens Flügelspieler Dölf Bieri zugeben, dass der Entscheid zwar hart, aber vertretbar war.

Es bleibt dabei, der FC Wohlen kann sich wiederholt nicht für eine, abgesehen vom Ergebnis, hervorragende Leistung belohnen und geht erneut als Verlierer vom Platz.

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