Ereignisreich ging es vergangenen Samstag zu und her im Thomasgarten in Oberwil. Die Verantwortlichen auf Seiten des Dachvereins Unihockey Basel Regio hatten mittels weiträumiger Werbung für eine gut gefüllte Halle und somit eine geniale Atmosphäre gesorgt. Es sollte ein denkwürdiges Spiel werden. 

Das Spiel begann sehr ausgeglichen. Die Basler brauchten einige Minuten Anlaufzeit, um ihr Spiel zu finden. Bis zur 10. Minute war es Sarganserland, das sich mehr Chancen erarbeiten konnte. Dann kassierte die Gastmannschaft die erste von vielen Zweiminutenstrafen.

Das starke Basler Powerplay liess diese Einladung, das Spiel mit einem Tor so richtig zu lancieren, nicht ungenutzt verstreichen. Odin Steinhauser erzielte auf Pass von Wiler-Neuzugang Enea Tambini prompt das 1:0.

Kurz darauf, genauer gesagt 21 Sekunden später doppelte der 3. Block nach und erhöhte den Spielstand auf 2:0. Remo Plozza versenkte einen schnell ausgeführten Freistoss vom U18-Förderkaderspieler Andrin Spring geschickt im gegnerischen Netz. 

Das weit angereiste Team liess sich jedoch nicht so leicht unterkriegen und verkürzte keine Minute darauf auf 2:1 (D. Graf / S. Lötscher). Die anschliessende Strafe gegen Florian Durante ermöglichte es dem Gast beinahe, den Spielstand auszugleichen. Nach erfolgreicher Boxplay-Arbeit assistierte dann genau dieser Durante seinem Flügelpartner Spring, der nur noch einnetzen musste.

Die Basler spielen sich in einen Rausch

Von diesem Moment an spielten sich die U21-Junioren aus der Region Basel beinahe in einen Rausch. Innerhalb von zwei Minuten erzielten sie gleich drei Tore. Im Anschluss zum 3:1 erzielte Patrick Krähenbühl, der mittlerweile zu den Topskorern im Kader der U21 gehört, auf Pass von Steinhauser das 4:1.

Nur 30 Sekunden später lag der löchrige Ball bereits wieder hinter dem hilflosen Sarganser Torhüter. Erneut traf Spring und wieder holte sich Durante einen Skorerpunkt mit seinem Assist.

Die Ausgangslage für das 2. Drittel war klar. Basel Regio musste das eigene Spiel nur noch durchziehen und den Sieg sicher einfahren. Das Gastteam sah dies natürlich anders. Nur 32 Sekunden nach Wiederanpfiff schoss Sulzer auf Pass von Vogt den Anschlusstreffer zum 5:2.

Und wie bereits nach dem ersten Gegentreffer kassierten die Basler Junioren gleich darauf wieder eine Zweiminutenstrafe (Fabio Plozza). Glücklicherweise setzte das Heimteam die Anweisungen des Taktik-Coaches Antti Peiponen voll um und konnte so das 5:3 abwenden.

Es kam sogar noch besser. Praktisch zeitgleich mit dem Ende der Strafe nutzte Captain Robin Dergeloo eine Kontermöglichkeit in Unterzahl eiskalt aus und erhöhte den Spielstand auf 6:2.

Es war eine überzeugende Phase im Spiel von Basel Regio – viel Ballbesitz, schnelle und gefährliche Ballkombinationen und vor allem viele, viele Tore. In der 32. Minute erzielte Steinhauser auf Pass von Aaron Rudolf v. Rohr das 7:2.

Vier Minuten Später verwandelte der vorherige Passgeber auf Assist von Krähenbühl zum 8:2. 30 Sekunden später fiel bereits das 9:2, wiederum durch R. Plozza auf Pass von Spring. Unglaublich, was diese Mannschaft für einen Wandel über den Verlauf der Saison vollzogen hatte.

Das Unihockey, welches sie gegen Ende der Saison auf den Platz zu bringen vermochten, war definitiv U21 B-würdig. Man sah den zu Saisonbeginn „zusammengewürfelten“ jungen Mannen förmlich den gewissen und so wichtigen „Sieger-Spirit“an.

Ein aus Sicht des Heimteams beinahe perfektes Drittel wurde dann jäh beendet. In einer vermeintlich sicheren Situation (Powerplay für Basel Regio) nutze Sulser einen vertändelten Ball aus und holte die wohl mittlerweile etwas abgehobenen Basler U21-Junioren auf den Boden zurück.

Basel Regio verwaltet das Spiel

9:3 stand es nun zu Beginn des letzten Drittels. Der Basler Torhüter wurde ausgewechselt. Jerôme Feigenwinter kam für Nicolas Frey, der seine starke Form ein weiteres Mal unter Beweis gestellt hatte. Im letzten Spielabschnitt setzten die Verantwortlichen auf der Basler Seite kaum mehr auf den Ausbau des Vorsprungs.

Es galt, die Spielanteile auf den gesamten Kader zu verteilen. Die Folge davon war sichtbar. Das Spiel wurde hektischer, etliche Strafen wurden auf beiden Seiten verteilt, und Sargans gelang ein erneuter Treffer zum 9:4 in der 51. Minute.

Odin Steinhauser hatte jedoch definitiv einen guten Tag erwischt. Zwei Minuten nach dem Gasttreffer erzielte er das „Stängeli“ auf Pass von Aurel Schmid. Sarganserland steckte jedoch mitnichten zurück und verkürzte mit zwei weiteren Toren auf 10:6.

Als Folge kam auch noch der Herren 1. Liga-Verstärkungsspieler Tanel Kasenurm zum Einsatz, der auf internationaler Ebene bereits einige Erfolge erzielt hat. Der Este bewies als Joker sogleich seine ”Einzigartigkeit“. Bereits im zweiten Einsatz assistierte er F. Plozza mit einem perfekten Ball zum 11:6.

Eine Minute vor Schluss nahm Head-Coach Michael Portenier dann sein Time-Out. Wieso nur, hätte man sich fragen können? Weil er eine ”geniale“ Idee hatte. Er schickte sämtliche Spieler aufs Feld, die mit dieser Partie ihren letzten Einsatz als Junior feiern durften.

Strahlend stand nun das gesamte Kader mit den übergestreiften Aufstiegs-Shirts auf der Wechselbank und jubelte dem letzten Treffer von Rudolf v. Rohr auf Pass von Dergeloo zum Schlussresultat von 12:6 zu – filmreif!

Der Erfolg ist kein Zufall

Nach drei langen Jahren findet sich das Team also nächste Saison wieder in der zweithöchsten U21-Stärkeklasse wieder. Diesem Erfolg sind letztlich Jahre der Arbeit auf allen Ebenen des Vereins vorausgegangen. Die grosszügige finanzielle Unterstützung des Nachwuchssponsors Raiffeisen Birsig und Therwil Ettingen hat  ebenso einen wichtigen Teil dazu beigetragen.

Der Erfolg ist auch in sportlicher Hinsicht kein Zufall. Er ist das Ergebnis einer langfristigen Strategie des Vereins. Stetig wurde in den eigenen Nachwuchs (Männer und Frauen) investiert, nicht zuletzt durch eine gezielte "Professionalisierung" der Strukturen, die u.a. ihren Ausdruck in der Teilzeitanstellung von Ausbildungs- und Nachwuchsverantwortlichen fand.

Aber vor allem auch die ausgebaute Zusammenarbeit und Koordination mit den Stammvereinen im Nachwuchsbereich trägt einen wesentlichen, ja entscheidenden Anteil dazu bei. Umgekehrt profitieren auch die Stammvereine vom Know-How und der Unterstützung des Dachvereins.

Die Saison ist aber für Basel Regio noch nicht zu Ende. Die Herren 1. Liga hat den Playoff-Final vor Wochenfrist gewonnen und sich damit für die Aufstiegs-Playoffs in die NLB qualifiziert.

Das erste Spiel der Best-of-five-Serie gegen Zürisee Unihockey ZKH findet am 2. April um 18:00 Uhr in Ettingen statt. Und die U21-Juniorinnen sind ebenfalls Gruppensieger und bestreiten am 2. und 3. April in Uri das Aufstiegsturnier in die Stärkeklasse A.

Unihockey Basel Regio - UHC Sarganserland 12:6 (5:1, 4:2, 3:3)

Thomasgarten, Oberwil BL. 160 Zuschauer. SR Christen/Gilgen.

Tore: 10. Steinhauser (Tambini) 1:0. 11. Plozza (Spring) 2:0. 12. Graf (Lötscher) 2:1. 17. Spring (Durante) 3:1. 18. Krähenbühl (Steinhauser) 4:1. 19. Spring (Durante) 5:1. 21. Sulser (Vogt) 5:2. 30. Dergeloo (Steinhauser) 6:2. 32. Steinhauser (Rudolf von Rohr) 7:2. 37. Rudolf von Rohr (Krähenbühl) 8:2. 37. Plozza (Spring) 9:2. 39. Sulser (Windmüller) 9:3. 51. Sulser 9:4. 53. Steinhauser (Schmid) 10:4. 53. Wieland (Spadin) 10:5. 55. Lötscher 10:6. 58. Plozza (Kasenurm) 11:6. 60. Rudolf von Rohr (Dergeloo) 12:6.

Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Unihockey Basel Regio. 6 mal 2 Minuten gegen UHC Sarganserland.

Aufstellung: Nicolas Frey (T), Jérôme Feigenwinter (T), Oliver Jänchen, Remo Plozza, Alex Richard, Aurel Schmid, Florian Durante, Kaspar Fluck, Yannick Lantos, Dario Schütz, Robin Dergeloo (C), Christoph Blank, Aaron Rudolf von Rohr, Andrin Spring, Enea Tambini, Odin Steinhauser, Fabio Plozza, Marc Schmutz, Patrick Krähenbühl, Tanel Kasenurm.