Die Gastgeber starteten furios in die Partie. Gleich mit dem ersten Angriff gingen die Solothurner in Führung. Nur 30 Sekunden später stand es bereits 2:0. Und als Torhüter Rados Dukanovic in Überzahl nach einer Parade ins leere Tor traf, war der Blitzstart perfekt. Der BSV Stans hingegen erwischte eine rabenschwarze Startphase. Nicht weniger als sechs technische Fehler leisteten sich die Innerschweizer in den ersten zehn Minuten. Dazu gesellten sich noch zwei Fehlschüsse.

Dem TVS war bewusst, dass er den Grundstein für Punkte an diesem Tag früh im Spiel legen musste. Wegen Verletzungen und diverser Abwesenheiten von Perspektivspielern (Einsätze beim BSV Bern Muri und HSC Suhr Aarau) musste die Heimmannschaft mit nur gerade neun Feldspielern antreten. Somit war klar, dass gewisse Spieler zu hohen Einsatzzeiten kommen würden und während des gesamten Spiels nicht entlastet werden können. Ein Nachteil, der sich mit zunehmender Dauer der Partie vermehrt auswirkt.

Stans lässt sich nicht nervös machen

Zunächst spielten die Solothurner in der Startformation jedoch noch ihre Stärken aus. Mit schnellen Wechseln stellten sie die Stanser Defensive Mal um Mal vor Probleme und nützten die Lücken in der Verteidigung konsequent aus. Zudem schwächten sich die Innerschweizer mit fünf Strafen in der ersten Hälfte öfters noch selbst. Bis zur 20. Minute pendelte sich der Vorsprung des Heimteams so bei sechs Toren ein.

Es braucht im Handball aber oft nicht viel, und ein grosser Vorsprung schmilzt in Windeseile dahin. Dessen waren sich auch die Innerschweizer bewusst, und so spielten sie ihr Spiel relativ unaufgeregt weiter. Obwohl sie von den Solothurnern in der Anfangsphase an die Wand gespielt wurden, verzichtete Stans gar auf ein Timeout.

Schwacher Start in zweite Hälfte

Die Gäste sollten Recht behalten. Gegen Ende der ersten Halbzeit häuften sich auf Seiten des TVS die Fehlwürfe. Während fast neun Minuten gelang den Einheimischen kein Treffer mehr. Und obwohl auch die Stanser nicht gross aufspielten, vermochten sie die Differenz dennoch kontinuierlich abzuarbeiten. So schmolz der einst komfortable Vorsprung bis zu Pause auf die Hälfte zusammen (15:12).

Auch nach dem Seitenwechsel stockte der Motor der Solothurner Angriffsmaschine. Es dauerte nur gerade dreieinhalb Minuten und die Gäste aus der Innerschweiz hatten das Spiel gedreht (15:16). So war die gute Ausgangslage für den TV Solothurn verspielt und es begann der Kampf gegen die Nervosität, und mangels Ersatzspieler, auch gegen die Erschöpfung. Förderlich für die Bemühungen des TVS war dabei, dass der Toptorschütze der Innerschweizer, Roger Scherer, nach einer unglücklichen Verteidigungsaktion direkt die rote Karte gezeigt bekam.

Taktischer Fehler ermöglicht TVS Punktgewinn

Je länger das Spiel dauerte, desto mehr war den Solothurnern anzusehen, dass einige Spieler am Limit liefen. Dennoch steckten sie nicht auf und konnten den Rückstand bis fünf Minuten vor Schluss klein halten (22:24). Was danach folgte, darf getrost als Coaching-Fehler von Stans-Trainer Andy Gubler bezeichnet werden. Er nahm trotz Führung ein Timeout und ermöglichte dem Gegner somit eine kurze Verschnaufpause. Obwohl nicht sehr clever, ist dies aber noch nicht so tragisch.

Nach der Auszeit liess Gubler sein Team jedoch dann mit sieben Feldspielern angreifen, vermutlich mit dem Gedanken, in Überzahl mit einem Tor die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Für den siebten Angreifer musste aber der Stanser Torhüter weichen. Und als TVS-Keeper Taro Diethelm den Wurf von Stans parierte, konnte Solothurns Regisseur Sven Schafroth den Anschlusstreffer zum 23:24 ins leere Tor erzielen.

Als die nächsten beiden Angriffe der Innerschweizer wiederum scheiterten, und Sven Schafroth seine Farben mit zwei weiteren Treffern gar in Führung schoss, schnupperte der TVS unverhofft plötzlich am Sieg. Doch der BSV Stans hatte noch genug Zeit für einen weiteren Angriff und markierte sieben Sekunden vor der Schlusssirene den Ausgleich. Die Restzeit reichte Solothurn nicht mehr für den Siegtreffer.