Handball NLB

Verkehrte Welt beim TV Solothurn: Gegen Baden muss der Abwehrwall des TV Solothurn reaktiviert werden

Während die Solothurner Offensive weitermachen soll, wie bisher, muss sich in der Defensive einiges ändern: Gegen den STV Baden ist der einst so berüchtigte Abwehrwall gefordert.

Nach den ersten drei Spielen liegt der TVS mit zwei Siegen und einer Niederlage im oberen Mittelfeld. Im Gegensatz zu den Vorjahren vermochten die Solothurner vor allem in der Offensive zu überzeugen, die Deckung hingegen zeigte sich löchrig. Gegen Co-Leader Baden muss sich dies ändern, um zu einem Erfolg zu gelangen.

In der Vergangenheit war der TV Solothurn bekannt für seinen Abwehrwall. Jahr um Jahr bissen sich die Gegner an der Defensive der Aarestädter die Zähne aus. Nur gerade ein oder zwei Teams konnten dabei bezüglich der Anzahl Gegentore mit dem TVS mithalten. Dafür fehlte es oftmals im Angriff an der notwendigen Durchschlagskraft, und einige Spiele gingen dadurch knapp verloren.

Nimmt man die ersten drei Saisonspiele als Gradmesser, scheint beim TVS aktuell verkehrte Welt zu herrschen. Denn gerade der Angriff wusste gegen Wädenswil/Horgen (33 Tore), Genf (32) und Kadetten (34) zu überzeugen. Und im Cup gegen den Erstligisten Arbon waren die Solothurner Schützen sogar über 40 Mal erfolgreich. In den letzten Jahren hätte der TVS mit dieser durchschnittlichen Torausbeute von 33 Treffern in drei Spielzeiten insgesamt nur gerade vier Partien verloren.

STV Baden mit optimalem Saisonstart

Als schwach muss hingegen aktuell die Verteidigung der Truppe von Jürg Lüthi taxiert werden. Früher das Prunkstück, kassiert die Abwehr dieser Tage im Schnitt gut 30 Tore pro Spiel. So unterlief dem TVS im letzten Spiel gegen Kadetten das Kunststück, trotz 34 eigenen Treffern den Platz am Ende als Verlierer verlassen zu müssen. Obwohl personell nicht gross verändert, stimmt die Abstimmung in der Abwehr momentan nicht. Zu gross sind die Lücken, und zu tief die Abwehrquoten der Torhüter.

Und genau in dieser Phase wartet mit dem STV Baden einer der stärksten Kontrahenten in der NLB auf den TV Solothurn. Die Aargauer sind mit drei deutlichen Siegen optimal in die Saison gestartet und grüssen zusammen mit Kreuzlingen und Möhlin von der Tabellenspitze. Überzeugt hat bei Baden dabei vor allem die Defensive, die in drei Spielen nur gerade 67 Gegentreffer zuliess.

Zwei Siege gegen fast identisches Team

Nicht nur wegen des gelungenen Saisonstarts darf der STV Baden getrost zu den Ligafavoriten gezählt werden. Mit nur gerade drei Abgängen und einem Zugang gelang es den Aargauern, die Mannschaft quasi in Gleichbesetzung zusammenzuhalten. Die fünf besten Torschützen der letzten Saison, die insgesamt 600 Tore erzielten, sind allesamt geblieben. Diese Truppe ist als eingespielt und braucht – wie die ersten Spiele gezeigt haben – keine Eingewöhnungsphase, um sich zu finden.

Auftrieb dürfte den Solothurner verleihen, dass sie trotz insgesamt negativer Bilanz gegen Baden, in der letzten Saison gleich beide Begegnungen für sich entscheiden konnten. Und das gegen fast das gleiche Team, das auch am kommenden Samstag auf dem Feld stehen wird. Um diese Erfolge zu wiederholen, muss sich der TVS aber in der Verteidigung gewaltig steigern und zu alter Stärke zurückfinden.

Die Partie STV Baden - TV Solothurn findet statt am 21. September 2019 um 18.00 Uhr in der Aue in Baden.

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