Die diesjährige Wanderreise des Frauenturnvereins Boswil hat die Teilnehmerinnen in den Naturpark Gantrisch und ins angrenzende Simmental im Berner Oberland geführt.

Bereits die Anreise verlief spektakulär, da das Postauto während des Bergrennens Gurnigel, zwischen den Rennboliden hindurch die Bergstrecke bravourös gemeistert hat.

Vor der Wanderung haben sich die Turnerinnen im Berggasthaus Gurnigel gestärkt. Die Aussicht auf die Bergwelt war grandios; leider nur auf den Bildern, die im Gasthaus hingen. Der Blick nach draussen verhiess weniger grandioses, die Gipfel waren wolkenverhangen und mit der Wanderung startete auch der Regen. Das Gantrisch-Seeli konnte nicht wirklich genossen werden, weil sich alle unter den Tannen versteckten, um einigermassen trocken picknicken zu können. Statt einer Extraschlaufe auf den Gipfel haben sich die Frauen bei Kaffee und Kuchen auf der Alp Obrist Morgeten aufgewärmt.

Danach war die Wanderzeit nur noch kuzr, das Ziel, die Alp Mittlist Morgete, in Sicht.

Die Zimmer dieser Alp wurden mit viel Liebe her- und eingerichtet und waren richig gemütlich. Nur einen Schwachpunkt hatten sie an diesem Tag, sie waren saukalt… und die Reiseteilnehmerinnen von Regen und Wind ein bisschen durchfroren. Es gab zwei Wärmequellen: Einigen wurde im Hotpot zünftig eingefeuert, die anderen wärmten sich in der Gaststube.

Bald schon fanden sich alle in der Gaststube ein: man spielte, redete und freute sich aufs Znacht.

Das Abendessen hat die Erwartungen aller übertroffen und die Turnerinnen waren begeistert, was in dieser einfachen Alpküche auf die Teller gezaubert wurde.

Am nächtsen Morgen ging es kulinarisch mit einem tollen Alpfrühstück weiter – Käse und Wurst der eigenen Alp schmeckten vorzüglich.

Auch Petrus hatte erbarmen und liess die Sonne wieder scheinen. So wanderten die 20 Teilnehmerinnen frohen Mutes über Hängebrücken, Treppen und Serpentinerwege ins Simmental hinunter. Interessant auch, dass die Schlucht bis Mitte letzten Jahrhunderts nur über eine 12-Meter-Leiter erschlossen war, die auch als Schulweg diente. Oder dass in der Gegend aufgrund der Thermalquellen Anfang letzten Jahrhunderts zwei Kur- und Badehotels standen, von denen die heutigen Ruinen kaum den Prunk jener Zeiten erahnen lassen.

Ebenfalls durfte ein Besuch der prähistorischen Höhlen von Oberwil im Simmental nicht fehlen. Die Frauen genossen dabei den einmaligen Blick übers Simmental vom „Schnurenloch“.

Trotz garstigem Wetter am ersten Tag erlebten die Teilnehmerinnen eine prächtige Wanderreise und lernten eine den Meisten unbekannte Gegend kenen.

Daniela Marani