Bottighofen TG
Erschossen, Leiche zerteilt, Kopf im Wald deponiert, Rest im Müll entsorgt: Die Verdächtige gesteht die schaurige Tat

Die 54-jährige Ukrainerin hat zugegeben, ihr 62-jähriges Opfer umgebracht zu haben. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft informierte am Dienstag über neue schockierende Erkenntnisse nach dem Fund sterblicher Überreste an einem Waldrand in Egnach.

Urs Brüschweiler
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Das Mordhaus von Bottighofen: Hier wohnten Opfer und ihre mutmassliche Mörderin unter einem Dach.

Das Mordhaus von Bottighofen: Hier wohnten Opfer und ihre mutmassliche Mörderin unter einem Dach.

Donato Caspari - 15. Dezember 2020

Das Bild der Schreckenstat vom 29. Oktober in Bottighofen ist seit dem Dienstag etwas schärfer. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgaus gibt neue Erkenntnisse bekannt. Die 54-jährige Tatverdächtige sei geständig, die 62-jährige Frau, welche seit diesem Zeitpunkt vermisst wurde, erschossen zu haben. Mediensprecher Marco Breu sagt:

Die Beschuldigte hat zugegeben, das Opfer erschossen und die Leiche zerteilt und entsorgt zu haben.

Den abgetrennten Kopf hat die mutmassliche Täterin offenbar am selben Tag an einem Waldrand in Egnach deponiert, wo er am 5. Dezember von einem Passanten gefunden worden ist:

Den Rest der sterblichen Überreste habe die Frau, gemäss ihren eigenen Aussagen, «in Säcke abgepackt und mit dem Müll entsorgt», wie Breu weiter ausführt.

Marco Breu, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Thurgau.

Marco Breu, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Thurgau.

Andrea Stalder

Die Staatsanwaltschaft bezeichnet es als «eine These», dass die Zerstückelung der Leiche, ebenso wie die Tötung selber, im Wohnhaus an der Hauptstrasse in Bottighofen stattgefunden haben. «Aus diesem Grund sind die Waschküche und der Keller des Hauses für die Spurensicherung versiegelt.»

Die Staatsanwaltschaft sei jedoch zurückhaltend, mit der Weitergabe der Informationen, welche von der Tatverdächtigen stammen, insbesondere auch, wenn es um das Motiv gehe. In Medien wurde zuletzt über Mietschulden des Opfers bei ihrer Vermieterin und nun mutmasslichen Mörderin spekuliert – beide wohnten im selben Haus in Bottighofen.

Ein forensisch-psychiatrisches Gutachten wird erstellt

Die Beschuldigte mache zum Beweggrund ihrer Tat zwar Aussagen, heisst es bei der Staatsanwaltschaft. Aber: «Es wird ein forensisch-psychiatrisches Gutachten von der Beschuldigten erstellt», sagt Breu.

Deshalb lassen wir uns diesbezüglich nicht auf die Äste hinaus.

Das Gutachten werde Aufschluss geben über die Schuldfähigkeit der Beschuldigten, die Motivlage und allfällige Erkrankungen. Bis ein solches vorliege, werde es aber noch mehrere Monate dauern. Einschlägig vorbestraft ist die 54-jährige Ukrainerin mit Lichtensteinischer Staatsangehörigkeit indes nicht.

Schussverletzung am Kopf, mögliche Tatwaffe sichergestellt

Die Polizei hat bei der Hausdurchsuchung bei der Beschuldigten eine Schusswaffe gefunden und sichergestellt. «Das Kaliber passt», sagt Breu. Das könne man sagen, denn der aufgefundene Kopf habe eine Schussverletzung aufgewiesen. Allerdings sei damit noch nicht restlos geklärt, ob es sich um die Tatwaffe handle.

In diesem kleinen Wald in der Gemeinde Egnach wurden die sterblichen Überreste der 62-Jährigen gefunden.

In diesem kleinen Wald in der Gemeinde Egnach wurden die sterblichen Überreste der 62-Jährigen gefunden.

BRK News

Spaziergänger müssen keine Angst haben, auf Leichenteile zu stossen

Stellt sich noch die grauslige Frage, wo der Rest der sterblichen Überreste abgeblieben ist. Breu sagt:

Wir gehen davon aus, dass diese längst entsorgt und verbrannt worden sind.

Die Staatsanwaltschaft habe keine anderen Hinweise, auf den Verbleib des Körpers und stütze sich in dieser Frage auf die Aussagen der Beschuldigten. Es gehe auch darum, dass etwa Spaziergänger keine Angst haben müssten, im Wald auf weitere Leichenteile zu stossen.

Keine Hinweise auf Helfer oder Mitbeteiligte

Polizei und Staatsanwaltschaft sind an der Rekonstruktion des Tathergangs.

Es gibt bislang keine Erkenntnisse, dass Drittpersonen involviert gewesen sind, weder bei der Tat noch bei der Entsorgung der sterblichen Überreste.

Man geht derzeit davon aus, dass die Beschuldigte nach der Tötung das Auto ihres Opfers zum «Vita Parcours»-Parkplatz in Scherzingen gefahren und dort abgestellt hat. Der Unbekannte, der die mutmassliche Täterin von dort wieder mitgenommen hat, hat sich noch nicht gemeldet.