Italien

Italienische Straftäterin darf Baby einmal am Tag sehen

Im Gefängnis geboren: Italienerin hat weniger Glück als diese Brasilianerin, die auf eine Mutter-Kind-Abteilung verlegt wurde (Symbolbild).

Im Gefängnis geboren: Italienerin hat weniger Glück als diese Brasilianerin, die auf eine Mutter-Kind-Abteilung verlegt wurde (Symbolbild).

In Italien hat ein Gericht zugunsten einer Straftäterin entschieden, die ihr Baby unmittelbar nach der Geburt im Gefängnis angeben musste. Die Mailänder Richter legten am Dienstag fest, dass die 23-jährige Martina Levato ihren Sohn nun einmal am Tag sehen darf.

Das Schicksal der jungen Mutter, die ihr Baby nach der Geburt in der Nacht zum Samstag noch nicht einmal in den Arm nehmen durfte, hatte in Italien für grosses Aufsehen gesorgt. Levato und ihr 30-jähriger Lebensgefährte sitzen wegen einer Säureattacke auf ihren Ex-Freund im Dezember 2014 eine 14-jährige Haftstrafe ab.

Ursprünglich sollte die 23-Jährige nach der Geburt ihres Babys in ein Gefängnis mit Mutter-Kind-Abteilung verlegt werden. Doch dann ordnete ein Mailänder Staatsanwalt an, dass sie das Neugeborene abgeben muss. Das eingeleitete Adoptionsverfahren muss allerdings noch von einem Familiengericht genehmigt werden.

In Italien wurde der Fall von zahlreichen Medien aufgegriffen, die sich meist kritisch äusserten. Der Staatsanwalt sagte, er habe vor der Entscheidung den Rat von Psychiatern eingeholt. Das Gericht, das von den Eltern und Grosseltern des Babys angerufen wurde, entschied nun jedoch, dass die Mutter ihr Kind bis zu einer endgültigen Entscheidung einmal täglich sehen darf. Gegen Levato, die früher an der Mailänder Privatuniversität Bocconi studierte, wird noch wegen mehrerer anderer Gewaltdelikte ermittelt.

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