Zofingen-Kulm
Krimineller Deutscher tarnt sich als schwuler syrischer Asylsuchender

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm zieht einen mehrfach polizeilich gesuchten Deutschen vor Gericht. Der Angeklagte ersuchte 2010 um Asyl. Er gab dabei an, dass er in seiner vermeintlichen Heimat Syrien wegen seiner Homosexualität verfolgt werde.

Elia Diehl
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Dem Deutschen drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft. (Symbolbild)

Dem Deutschen drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft. (Symbolbild)

Keystone

Im Januar 2010 ersuchte ein stummer Mann in der Schweiz um Asyl. Er stamme aus Syrien und werde dort aufgrund seiner Homosexualität verfolgt, führte der Asylbewerber aus. Traumatische Erlebnisse hätten dazu geführt, dass er nicht mehr sprechen könne, erklärte er weiter.

Das Bundesamt für Migration aber zweifelte an den Ausführungen des vermeintlich schwulen Syriers und lehnte das Asylgesuch ab. Der Kanton Aargau wurde daraufhin mit dem Vollzug der Ausschaffung beauftragt.

Fingerabdrücke an Interpol

Der abgewiesene Asylsuchende konnte, trotz wiederholter Aufforderung, keine Ausweise oder Belege für seine Herkunft vorlegen. Wegen der berechtigten Zweifel an seiner Geschichte setzte der Kanton Aargau die Rückschaffung aus. Die Staatsanwaltschaft liess den Auszuweisenden im Juli 2011 inhaftieren, da sich der Mann wohl illegal in der Schweiz aufhielt. Sie verdächtigte den Mann auch des unrechtmässigen Bezugs von Nothilfeleistungen.

Die Ermittlungen der Kantonspolizei blieben aber ohne Erfolg. Erst nachdem die Fingerabdrücke des Inhaftierten via Interpol international verbreitet wurden, wurde sein Geheimnis gelüftet.

Er hält an seiner Geschichte fest

Die deutschen Behörden konnten den Mann nämlich als einschlägig vorbestraften und in Deutschland mehrfach gesuchten Deutschen entlarven. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm leitete deshalb eine Anklage wegen illegaler Einreise, gewerbsmässigem Betrug, Erschleichen einer Falschbeurkundung und Irreführung der Staatsgewalt ein. Der Beschuldigte hält dennoch weiterhin an seiner syrischen Herkunft fest - er kenne den gesuchten Deutschen nicht, behauptet er.

Dem Angeklagten droht nun eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Eine Auslieferung nach Deutschland und eine Einreisesperre in die Schweiz ist ebenfalls zu erwarten.

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