Verzeigt

Nach tödlichem Unfall auf der A1: Kantonspolizei St.Gallen veröffentlicht Video von Gaffern

Nach tödlichem Unfall auf der A1: Kantonspolizei St.Gallen veröffentlicht Gaffer-Video

Für einfaches Telefonieren gibt es eine Ordnungsbusse in der Höhe von 100 Franken.

Über 30 Autofahrer sind von der Kantonspolizei St.Gallen nach einem tödlichen Unfall auf der A1 dabei beobachtet worden, wie sie mit ihren Mobiltelefonen Bilder und Videos vom Unfallort gemacht haben. Rund ein Dutzend Lenker wurden verzeigt.

(tn) Anstatt auf den Verkehr zu achten, haben mehrere Autofahrerinnen und Autofahrer ihr Mobiltelefon gezückt, als sie am Mittwoch an einem tödlichen Verkehrsunfall auf der A1 in Richtung Gossau vorbeifuhren.

Dies ist in einem auf Facebook von der Kantonspolizei St.Gallen veröffentlichten Video zu sehen. «Wäre es zu einem Folgeunfall gekommen, hätten wir die ganze Autobahn schliessen müssen», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen gegenüber FM1Today.

30 Autofahrer in zwei Stunden am Handy

Die Polizisten hätten am Mittwochabend «haarsträubende Szenen» beobachtet, sagt Schneider weiter. Selber habe er in den zwei Stunden vor Ort rund 30 Autofahrerinnen und Autofahrer am Handy gesehen. «Die Leute haben ein komisches Fahrverhalten gezeigt und sich nicht auf den Verkehr konzentriert. Während des Fahrens am Handy zu sein, ist schlichtweg verboten», so Schneider weiter zu FM1Today.

Während sie auf die Bergung warteten, haben Polizeibeamte laut Schneider mehrere Gaffer aus dem Verkehr gezogen. «Jene, die gefilmt haben, werden bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht.» Für einfaches Telefonieren gebe es eine Ordnungsbusse in der Höhe von 100 Franken.

Gaffer nach tödlichem Unfall: Polizist platzt der Kragen

Auch eine Möglichkeit zeigt dieses Video vom Mai aus Deutschland: Nach einem tödlichen Unfall bei Nürnberg platzt einem Polizist der Kragen – er macht kurzerhand eine Schocktherapie mit den Schaulustigen.

  

Wie viele Anzeigen es deswegen genau gegeben habe, kann der Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen nicht sagen. Es seien noch nicht alle Anzeigen dokumentiert. «Zudem hatte es gestern keine Priorität, sich auch noch darum zu kümmern.»

Lieferwagen wohl korrekt auf Pannenstreifen

Beim Unfall zwischen einem Kleinbus und einem Lieferwagen auf der Autobahn A1 in Fahrtrichtung Zürich war ein 26-jähriger Mann aus dem Kanton Zürich ums Leben gekommen. Ein Kleinbus aus dem Kanton Zürich – darin befand sich der 26-Jährige – prallte zwischen St.Gallen-Winkeln und Gossau in einen auf dem Pannenstreifen parkierten Lieferwagen eines 34-jährigen Polen. «Gemäss den bisherigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass der Lieferwagen korrekt auf dem Pannenstreifen stand. Die Warnblinkanlage war drin», sagt Schneider weiter zu FM1Today.

Das Resultat der Blut- und Urinprobe, welche die Staatsanwaltschaft beim 46-jährigen Fahrer des Kleinbuses angeordnet hatte, liegt noch nicht vor. «Wir suchen Zeugen, die Angaben zum Fahrverhalten des Kleinbusses machen können.»

Aktuelle Polizeibilder vom Juli 2019:

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