Strafgericht

Rammbock-Einbrecher wird für 14 Brüche zu sechs Jahren Haft verurteilt

Der Verurteilte verübte 14 Rammbock-Einbrüche in der Region (Foto: Einbruch in eine Bjouterie in Gelterkinden).

Der Verurteilte verübte 14 Rammbock-Einbrüche in der Region (Foto: Einbruch in eine Bjouterie in Gelterkinden).

Das Baselbieter Strafgericht verurteilt einen Einbrecher zu sechs Jahren und drei Monaten Haft. Der Bosnier hatte zwischen 2004 und 2012 14 Rammbock-Einbrüche verübt. Das Gericht konnte ihm jedoch nicht nachweisen, dass er Teil einer Bande war.

Er ist zweifellos ein geübter Rammbock-Einbrecher, doch seine Verbindungen zu schwerstkriminellen Banden bleiben fraglich: In Liestal verurteilten die fünf Richter den 41-jährigen Bosnier zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten.

Es war unbestritten, dass der Mann zwischen 2004 und 2012 an 14 Einbrüchen in der ganzen Schweiz beteiligt war: Meist ruinierte man tief in der Nacht mit Brachialgewalt Bijouterie-Schaufenster und räumte den Schmuck aus, dabei waren auch Schutzpoller vor den Geschäften kein Hindernis. In der Region waren Bijouterien in Reinach, Gelterkinden und Sissach betroffen, offenbar haben die Versicherungen einen Grossteil des Schadens übernommen.

Staatsanwältin Erika Kremniczky hatte ein Strafmass von zehn Jahren gefordert, was das Gericht als überrissen taxierte. «Es ist nicht erwiesen, dass er in eine international organisierte und entsprechend strukturierte Bande eingebettet war», begründete Gerichtspräsident Enrico Rosa das mildere Strafmass. Dennoch ging man von gewerbs- und bandenmässigem Vorgehen aus.

Operation «Pink Panther»

Unter dem Namen «Pink Panther» operieren Juwelierbanden, die etwa im vergangenen Juli in Orbe (VD) mit AK-47-Gewehren ein Bandenmitglied aus dem Gefängnis befreit hatten. Entsprechend war die gesamte Verhandlung in Liestal scharf bewacht, die Baselbieter Polizei sicherte die Verhandlung mit einem Grossaufgebot. Wie Gerichtspräsident Rosa bestätigte, gebe es Hinweise auf eine Verbindung des Mannes zu der Bande, doch eindeutige Beweise fand das Gericht nicht. Der 41-Jährige sei vermutlich als Teil einer unabhängigen Dreierbande unterwegs gewesen.

Ein deutlich jüngerer Mittäter mit Kenntnissen als Autoknacker war bereits früher zu einer Freiheitsstrafe von rund vier Jahren verurteilt worden. Der Verteidiger forderte im jetzigen Fall ein ähnliches Strafmass, drang damit aber nicht durch. «Sie hatten eine wertvolle Stellung in der Bande auch durch ihre Sprachkenntnisse, und sie hatten Berufserfahrung», erklärte Enrico Rosa. Der Mann nickte dazu artig. Die Deliktsumme beträgt rund 1,8 Millionen Franken, wobei dies dem offiziellen Verkaufspreis des Schmuckes entspricht - der Mann hatte betont, er habe auf dem Schwarzmarkt lediglich etwa zehn Prozent dieses Preises erhalten. Gefasst wurde er eher zufällig bei einer Hausdurchsuchung, weil ein Mittäter auffällig geworden war. Staatsanwaltschaft wie Verteidiger können das Urteil noch weiterziehen.

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