Vor einem Monat herrschte Partystimmung im Café Kulturwiese. Paella brutzelte in der Pfanne, die Gäste sassen in der Sonne, lachten, machten Selfies. Und jetzt – ist der Ort ein Tatort. Scherben liegen am Boden, ein Zettel der Polizei klebt an der Scheibe, es sind die Folgen einer Schiesserei, bei der am Mittwoch nur durch Glück keiner der beiden Anwesenden verletzt wurde.

«Nach der Tragödie bleibt das Café vorerst geschlossen», schreiben dessen Betreiber auf Facebook. Drei Gäste bedauern dies mit weinenden Smileys. Weder der Mann noch die Frau des Beizer-Teams waren für die bz zu erreichen.

Auch vor Ort: Leere. Einzig ein paar Teenager standen herum und erzählten, sie hätten nach der Tat möglicherweise den Täter im nahegelegenen «Stücki» gesehen. Sollte das stimmen, wären sie der Polizei voraus: «Die Täterschaft konnte bis anhin nicht ermittelt werden. Wir haben bis jetzt keine Anhaltspunkte für ein Motiv», sagt Peter Gill von der Staatsanwaltschaft.

Zwei Firmen am Ort des Cafés

Die Ermittler gingen den Hinweisen aus der Bevölkerung nach, sagt Gill. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Täter das Lokal gezielt aufgesucht hat. Fest steht: Es war das einzige Ziel des Mannes an diesem Tag. Und seither kam es in der Region zu keiner Schiesserei mehr.

Im Café fielen mehrere Schüsse. Wie man sieht wurde die Türe eingeschossen. Verletzt wurde niemand.

Im Café fielen mehrere Schüsse. Wie man sieht wurde die Türe eingeschossen. Verletzt wurde niemand.

Recherchen der bz, wonach einer der Café-Betreiber früher an einer Rotlicht-Firma beteiligt war, möchte Gill nicht bestätigen. «Wir klären sämtliche Hinweise ab.»

Das Betreiber-Team unterhält nebst der Firma, die das Café betreibt, eine weitere Gesellschaft. Deren Zweck ist es unter anderem, Bars und Dancings zu betreiben. Die Firma ist auch am Café-Standort am Hochbergerplatz 2 daheim.

Der Mann, dem das Café früher gehörte, kennt seine beiden Nachfolger nach eigenen Angaben nicht. Er habe das Lokal via Treuhänder verkauft.