Wilde Spekulationen am Dienstag: Der Chauffeur soll «100 Prozent» bei einem anderen Reiseunternehmen angestellt gewesen sein, wie «20minuten» berichtet. In diesem Zusammenhang wird der Vorwurf der Schwarzarbeit laut.

Der Geschäftsführer der Durmo Tours GmbH dementiert nun in einer Stellungnahme, die der az exklusiv vorliegt, den inkriminierten Vorwurf. Er sagt: «Der verunglückte A. Z. hatte an diesem Tag eine erste Probefahrt im Sinne einer ‹Schnupperfahrt› unternommen.»

Offenbar überlegte sich das Reiseunternehmen, A. Z. «als Aushilfsfahrer für einzelne Wochenendeinsätze einzustellen», und just für diesen Zweck wurde eine erste «Schnupperfahrt» durchgeführt.

Auch sollte er die Passagiere nur bis Zürich fahren. Es war geplant, dass dort die Fahrt «durch einen Disponenten der Durmo Tours» weitergeführt wird. Laut Geschäftsführer I. B. (Name der Redaktion bekannt) seien die Lenk- und Ruhezeiten überprüft und eingehalten und der Fahrtenschreiber kontrolliert worden. Die Polizei habe diesbezüglich nichts beanstandet.

Der Retter in der Not ist ein Mister Schweiz-Kandidat

Weiter sagt der Geschäftsführer: «Es war Durmo Tours nicht bekannt, dass der Arbeitsvertrag des Verunfallten eine Nebentätigkeit untersagt. Wäre es nach der Schnupperfahrt zu einer Anstellung von A. Z. als tageweisem Aushilfsfahrer gekommen, hätte Durmo Tours im Vorfeld der Vertragsabschlusses die Zustimmung eingeholt.»

Allerdings: Beim eigentlichen Arbeitgeber von A. Z., einem Transport- und Carreiseunternehmen aus der Ostschweiz, heisst es, A. Z. habe schon mehrere Fahrten für Durmo Tours unternommen. «Entgegen der Ihnen vorliegenden Stellungsnehme von Durmo Tours war der Verstorbene gemäss seiner Frau nicht das erste Mal für besagte Firma unterwegs. Dies versicherte die Hinterbliebene auch der Geschäftsleitung des Arbeitgebers gegenüber», heisst es in einem Schreiben an die az-Redaktion.

23-Jähriger Retter aus dem Kanton Bern

Dass beim Unfall nicht mehr Passagiere zu Schaden gekommen sind, ist einem 23-jährigen Mann aus dem Kanton Bern zu verdanken. Salvatore N. heisst der Retter der Stunde. Er ist 23 Jahre jung, Polymechaniker aus dem Kanton Bern und ein grosser Juve-Fan.

Verschiedenen Medienberichten zufolge sass Salvatore in der ersten Sitzreihe, als gegen 11 Uhr in Widen der Chauffeur aus noch ungeklärten Gründen zusammenbrach. Geistesgegenwärtig sprang Salvatore N. auf.

«Der Car driftete schon rechts von der Strasse ab, knallte über den Randstein und war fast auf den Geleisen der Regionalbahn!», erklärte er «Blick». Der Mann, der sich noch am selben Morgen als Kandidat für die diesjährige Mister-Schweiz-Wahl beworben hat, reisst das Steuer an sich und vermag so die Busfahrt zu stoppen.