Feuerwehreinsatz

Undichtes Gebinde bei der BASF - Bombenroboter im Einsatz

Chemieunfall mit Bindemittel zur Druckfarbenherstellung im BASF-Werk Klybeck - Feuerwehr und Polizei sind im Einsatz.

Chemieunfall mit Bindemittel zur Druckfarbenherstellung im BASF-Werk Klybeck - Feuerwehr und Polizei sind im Einsatz.

Bei der BASF sind explosive Chemikalien an die Luft geraten. Die umliegenden Gebäude wurden evakuiert und der Verkehr rundherum gesperrt. Mitarbeiter wurden evakuiert und Strassen gesperrt. Polizei und Feuerwehr standen im Grosseinsatz.

Ein Feuerwehrmann der Industriefeuerwehr Regio Basel schildert gegenüber der bz, was passiert war: Kurz vor Mittag wurde eine Routinekontrolle in einem Lager durchgeführt. In diesem «Bunker» lagern chemische Stoffe, laut Mitteilung der Polizei handelt es sich um etwa ein Kilogramm Standard-Nitrocellulose, ein Bindemittel zur Herstellung von Druckfarben.

«Früher wurde damit aber auch Sprengstoff hergestellt», weiss der Feuerwehrmann. Dieser Stoff darf nicht an die Luft geraten, deshalb werde er unter einem Alkoholfilm gelagert. Bei der Kontrolle wurde allerdings festgestellt, dass das Gebinde, in welchem der Stoff gelagert wurde, undicht war. Das chemische Material geriet an die Luft. «Alles war verfärbt», erzählt der Feuerwehrmann.

Mit Roboter Stoff neutralisieren

Sofort wurde Alarm geschlagen. Die Mitarbeiter von BASF und den umliegenden Chemiefirmen mussten ihre Gebäude verlassen. «Weil der Stoff auf Erschütterungen und Schläge reagiert, hat die Feuerwehr entschieden, den Verkehr zu sperren», sagt Polizeisprecher Andreas Knuchel, der selbst auch vor Ort war. Konkret waren Abschnitte auf der Klybeckstrasse, der Mauerstrasse und der Müllheimerstrasse. Die Trams mussten umgeleitet werden. Erst am frühen Abend wurde der Verkehr wieder freigegeben.

Die Feuerwehr war derweil mit einem Bombenroboter im Einsatz, um den explosiven Stoff zu neutralisieren. Zwischendurch wurde die Bunkertür geschlossen, damit Mitarbeiter der Chemiefirmen Schlüssel und andere persönliche Gegenstände aus ihren Büros holen konnten.

Die Bergung wurde durch die Spezialisten um 19.45 Uhr abgeschlossen. Anschliessend wurde das Areal durch die Feuerwehr wieder freigegeben. Die Ursache für das undichte Gebinde wird derzeit noch untersucht.

Laut der Polizei wurde die Umgebung «vorsorglich» gesperrt. Laut den schwitzenden Feuerwehrmännern war die Sperrung aber gerechtfertigt. Das an die Luft getretene Material sei gefährlich. «Sonst würden wir hier nicht so ein Theater veranstalten», sagt einer.

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