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Vermisste Kinder: Diese fünf Fälle sorgten für grosses Aufsehen – vier sind bis heute mysteriös

Fälle von vermissten Kindern sorgen immer wieder für grosses Aufsehen.

Fälle von vermissten Kindern sorgen immer wieder für grosses Aufsehen.

In den USA taucht eine Junge acht Jahre nach seinem Verschwinden vermeintlich wieder auf. Vermisstenfälle sorgen auch im deutschsprachigen Raum für viel Aufsehen. Fünf Beispiele.

Fälle von vermissten Kindern erregen häufig grosse Aufmerksamkeit. Einige von ihnen sind besonders mysteriös und bleiben noch nach Jahren ungelöst. So wie im Fall des seit 2011 vermisste Timmothy Pitzen aus den USA. Dieser Fall hat kürzlich für Schlagzeilen gesorgt, weil sich ein junger Hochstapler als Timmothy ausgab und sich, acht Jahre nach dessen Verschwinden, bei der Polizei meldete. Der Hochstapler flog dank eines DNA-Tests auf

Auch andere Fälle sorgten für Aufsehen, blieben über Jahre mysteriös und prägten sich im kollektiven Gedächtnis ein. Fünf bekannte Beispiele: 

Madeleine McCann

Madeleine McCann aus Rothley (England) wird vermisst seit: 03.05.2007. Sie war damals 3 Jahre alt.

  

Es ist der Fall, der in den letzten Jahren weltweit für das grösste Aufsehen gesorgt hat. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war die dreijährige Madeleine McCann mit ihren Eltern in den Ferien in Praia da Luz (Portugal). Die Reise hatten die Eltern mit drei befreundeten Paaren organisiert, die ebenfalls junge Kinder hatten. Am Abend des 3. Mai 2007 verabredeten sich die Eltern zum Abendessen im Restaurant ihrer Ferienanlage. Ihre Kinder hatten die Paare zuvor zu Bett gebracht und liessen sie in ihren jeweiligen Ferienwohnungen schlafen. Die Ferienwohnung von Madeleines Eltern war Rund 50 Meter vom Restaurant entfernt. Nach eigenen Aussagen ging je ein Elternteil alle halbe Stunde nach den Kindern schauen. Um 22.00 Uhr bemerkte die Mutter, Kate McCann, das Verschwinden von Madeleine.

Der Fall der vermissten Madeleine McCann bleibt bis heute ungelöst. Durch die öffentliche Suchaktion der Eltern bekam der Fall viel mediale Aufmerksamkeit. Er wurde mehrmals wieder aufgerollt. Erneut Aufmerksamkeit erhält der Fall durch die von Netflix produzierte Dokumentar-Serie, welche am 15. März 2019 auf der Streamingplattform angelaufen ist. 

Edith Trittenbass

Seit 32 Jahren vermisst – der Fall Edith Trittenbass in Bildern

Seit über 30 Jahren vermisst – der Fall Edith Trittenbass in Bildern

Edith Trittenbass gilt seit 1986 als vermisst. Im 2018 wurde ein Verschollenerklärungsgesuch beim Frauenfeld Bezirksgericht eingereicht. Der Fall, der bis heute ungeklärt ist, erregte im Sommer 1986 grosses Aufsehen.

Am 3. Mai 1986 verschwand das achtjährige Mädchen aus dem thurgauischen Wolfikon (Thundorf TG), als es auf dem Weg zur Schule war. Eine Grossfahndung mit 100 Polizisten, eine mehrtägige Suchaktion von Polizei und Privatpersonen und eine Belohung von 20'000 Franken brachten keinen Erfolg. Auch ein Beitrag in der Sendung "Aktenzeichen XY..." brachte keinen Erfolg. Gezeigt wurde dort auch ihr roter Schulranzen, der bis heute nicht gefunden werden konnte (siehe Video). 

Am 1. Juli 2019 dürfte Edith Trittenbass als verschollen erklärt werden. Dann läuft die entsprechende Frist ab. Die Kantonspolizei Thurgau hat den Fall allerdings noch nicht zu den Akten gelegt. Der letzte Hinweis wurde 2017 überprüft. 

Alessia und Livia Schepp 

Alessia und Livia Schepp aus St. Sulpice (Schweiz) werden vermisst seit: 30.01.2011. Sie waren damals 6 Jahre alt.

  

Im Winter 2011 verschwand der 44-jährige Matthias Schepp mit seinen sechsjährigen Zwillingen Alessia und Livia von der Bildfläche. Schepp lebte in Saint Sulpice im Waadtland, von seiner Frau getrennt. Schepp durfte die Zwillinge regelmässig sehen. An einem Sonntag brachte er die Mädchen nicht wie verabredet zurück, sondern flüchtete mit ihnen in seinem schwarzen Audi nach Marseille in Frankreich, und von dort mit einer Fähre nach Propriano im Südwesten Korsikas. Später reiste er nach Italien. 

Dort, dem Geburtsland seiner Noch-Ehefrau, nahm er sich das Leben. Er warf sich in Cerignola vor den Zug. Von den Zwillingen fehlt seither jedoch jede Spur. Ob sie jemals in Italien angekommen sind, ist unklar. Auch wenn ein Zeuge sie in Monza gesehen haben will. 

Peggy Knobloch

Auch dieser Fall aus Deutschland erregte grosse mediale Aufmerksamkeit und ist bis heute ungeklärt. Am 7. Mai 2001 verschwand das damals neunjährige Mädchen aus dem oberfränkischen Lichtenberg. Kurz danach wurde der geistig behinderte Ulvi Kulaç verhaftet und wegen Mordes angeklagt. Beim Prozess wurde er für schuldig befunden und zu einer lebenslangen Haftstrafe veruteilt. Das Verfahren war umstritten: Die Verurteilung erfolgte aufgrund eines Geständnisses von Kulaç, das dieser allerdings widerrufen hatte. Sonstige Beweise lagen nicht vor. 

Das Verfahren wurde 2013 wieder aufgenommen. Am 14. Mai wurde Kulaç freigesprochen. Anfang Juli 2016 fanden Pilzsammler Teile von Peggy Knoblochs Skeletts in einem Waldin Thüringen, knapp 20 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt. Im Dezember 2018 wurde gegen einen neuen Tatverdächtigen ermittelt. Der 41-Jährige wurde allerdings nicht verurteilt. Die Ermittlungen gehen weiter. Die Umstände um Peggys Tod bleiben ungeklärt.

Natascha Kampusch

Natascha Kampusch (Archiv)

Natascha Kampusch aus Wien (Österreich) wurde entführt am: 2. März 1998. Sie war damals 10 Jahre alt.

Natascha Kampusch (Archiv)

Am Morgen des 2. März 1998 wurde die damals zehnjährige Natascha Kampusch auf dem Schulweg entführt. Der arbeitslose Nachrichtentechniker Wolfgang Přiklopil und hielt die Schülerin über acht Jahre lang (3096 Tage) in seinem Haus gefangen. 

Am 23. August 2006 konnte Kampusch, mittlerweile 18 Jahre alt, flüchten. Přiklopil nahm sich kurz darauf das Leben, bevor die Polizei ihn festnehmen konnte. Der Fall weltweit ein riesiges Medieninteresse – auch weil er zu den seltenen Fällen gehört, in denen ein Kind seinem Entführer entkommen konnte. Dementsprechend ist der Name Kampusch auch heute noch vielen Menschen ein Begriff. Kampusch blieb aber auch in den Medien präsent, etwa indem sie die Autobiografie "3096 Tage" veröffentlichte. Ein gleichnamiger Film kam 2013 in die Kinos. 

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