Das hätte der FC Basel nun wirklich nicht gebraucht. Nachdem am Samstag eine Mammutsaison mit 62 Pflichtspielen und der ausgelassenen Meisterfeier zu Ende gegangen ist, hätten die Verantwortlichen des FCB gewiss ganz gerne mal eine Woche Zeit gehabt, um nach Luft zu schnappen.

Doch am Mittwoch traf im St. Jakob-Park ein Schreiben der Fifa ein, welches für die Basler wie ein Hammerschlag sein musste. Ihr Spieler Geoffroy Serey Die ist vom Weltverband mit Beginn der kommenden Saison für vier Monate gesperrt worden und wird dem FCB bis Mitte November und damit für den grössten Teil der Vorrunde nicht zur Verfügung stehen. Die Fifa begründet die Suspension mit dem Vertragsbruch, den der Akteur bei seinem Transfer vom algerischen Klub Sétif zum FC Sion im Jahr 2008 begangen habe.

Fifa brauchte fünf Jahre zu Klärung

Geklagt gegen diesen Wechsel hatte der ägyptische Verein Zamalek SC. Dieser machte geltend, dass der Ivorer zuvor mit ihm einen Vertrag von 2008 bis 2013 unterschrieben habe und erst danach dann den Kontrakt mit dem FC Sion bis 2012. Auf 14 Seiten begründet die Fifa, weshalb sie Zamalek «teilweise» recht gibt und Serey Die nun sperrt. Ein Urteil allerdings, das den Ägyptern nicht passen dürfte, weil die Fifa die von ihnen geforderte Schadenersatzsumme ablehnt, sie aber von Serey Dies Bann nichts haben.

Zu denken geben in diesem Fall vor allem zweierlei Dinge. Wie ist es möglich, dass der Weltverband nicht weniger als fünf Jahre braucht, um dieses Urteil zu fällen? Auf Anfrage beschied die Fifa gestern am späten Nachmittag, sie würde die Sache abklären und sobald wie möglich informieren. Bisher ist noch keine Antwort eingegangen. Ein Schelm auch, wer denkt, vielleicht habe gar der FC Sion mitgeholfen, den Fall mit juristischenMitteln zu verschleppen, bis der Spieler verkauft worden war.

Was verschwieg Constantin?

Seltsam ist auch, dass beim Transfer des 28-Jährigen vom FC Sion zum FC Basel im vergangenen Winter die Walliser den Abnehmer des Spielers nicht über dieses laufende Verfahren der Fifa informierten. Die Basler erfuhren erst Monate später durch die Anklageschrift davon. Die Frage drängt sich daher auf, ob sie nicht vom
FC Sion über den Tisch gezogen, beziehungsweise getäuscht, worden sind. Immerhin haben sie diesem rund 1,5 Millionen Franken für den Mittelfeldspieler bezahlt.

Innerhalb von 20 Tagen hat Serey Die nun die Möglichkeit, vor dem internationalen Sportgericht CAS gegen diese Sperre Einspruch zu erheben. Ob das geschehen wird, dürfte nach juristischen Abklärungen in den nächsten Tagen entschieden werden. Der Spieler selber weilt derzeit im Kreis der ivorischen Nationalmannschaft und bereitet sich auf die WM-Ausscheidungsspiele gegen Gambia und Tansania vor. Fragt sich nur, ob und bis wann er noch spielen darf, denn die Sanktion gilt auch für die Nationalmannschaft.