Walliserkanne

175 Schnitzel und 2160 Käsefondues – Wyss wirtet wieder

Peter Wyss führt die Walliserkanne.

Peter Wyss führt die Walliserkanne.

Der ehemalige «Kunsthalle»-Wirt Peter Wyss führt seit Freitag die «Walliserkanne» – vorerst interimistisch.

Josef Schüpfer klingt erleichtert. Mehrmals sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung: «Ich bin sehr, sehr froh.» Peter Wyss und er seien seit fast 40 Jahren freundschaftlich verbunden. Nun hilft ihm dieser alte Freund aus der Patsche: Wyss amtiert seit letzem Freitag, punkt 10 Uhr, wie Wyss selbst lachend sagt, als Geschäftsführer des Restaurants Walliserkanne an der Gerbergasse in Basel. Die Traditionsbeiz gehört zur Gastro-Gruppe von Josef Schüpfer, deren Aushängeschild der «Stadthof» am Barfüsserplatz ist.

Vom «Donati» zum «Schützenhaus»

In Schwierigkeiten gebracht hat Schüpfer ein Unfall des etatmässigen Geschäftsführers der «Walliserkanne». Diesen «personellen Notstand» lindert nun Wyss. Damit kehrt ein Schwergewicht der Basler Gastronomie zurück auf die Bühne. Peter Wyss hatte einst mit seinem verstorbenen Kompagnon Romano Villa das «Chez Donati» geführt. Vollends zur Stadtbekanntheit brachte er es aber als langjähriger Wirt der «Kunsthalle».

Ein Wagnis, das sich für Wyss weniger auszahlte als seine beiden vorangegangenen Engagements, endete vor zweieinhalb Jahren im Konkurs: Im Sommer 2017 musste Wyss sich notgedrungen aus dem Basler «Schützenhaus» verabschieden und der Berest-Gruppe die Führung des Restaurants überlassen. Fünf Jahre hatte seine Gastgeberschaft gedauert. Er habe mehrere neue Job-Angebote vorliegen, verriet Wyss dieser Zeitung zum Zeitpunkt seines Abschieds vom Lokal an der Schützenmattstrasse. Offensichtlich war keines darunter, das ihn wirklich zu überzeugen vermochte.

175 Schnitzel und 2160 Käsefondues

Wie lange Peter Wyss die Führung der «Walliserkanne» innehaben wird, ist lauf Josef Schüpfer nicht festgelegt. Keine Sorgen machen muss sich Wyss um die Rentabilität dieser etwas in die Jahre gekommenen Gaststube. Laut Schüpfer handelt es sich nämlich um eine eigentliche gastronomische Goldgrube: Die Auslastung sei hervorragend. «80 Prozent der Gäste sind Ausländer – Expats oder Touristen», sagt er. In seinem «Stadthof« sei dies genau umgekehrt.
Die «Walliserkanne» ist bekannt für ihre Wienerschnitzel und vor allem das Käsefondue. Der Tagesrekord bei den Schnitzeln liege bei 175, erwähnt Josef Schüpfer stolz. Und im vergangenen Dezember habe man 2160 Fondues servieren dürfen.

Autor

Patrick Marcolli

Patrick Marcolli

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