Basel

«Myy Ding» im St. Johanns-Park ist Geschichte

Der Pavillon im St. Johanns-Park: Stadtseitig gelegen, eine Terrasse mit Rheinblick, aber bereits von wechselvoller Gastro-Geschichte geprägt.

Der Pavillon im St. Johanns-Park: Stadtseitig gelegen, eine Terrasse mit Rheinblick, aber bereits von wechselvoller Gastro-Geschichte geprägt.

Die Pavillon-Betreiber im St. Johanns-Park haben ihre Gesellschaft aufgelöst. Damit kommt es erneut zu Wechseln.

Mit frohen Aussichten übernahmen die Betreiber des Lokals «Myy Ding» Mitte 2017 den Pavillon im Basler St.-Johanns-Park: Alles sollte gegenüber den Vorgängern «2.0» sein, die Karte etwas üppiger, die Öffnungszeiten länger, ergänzt durch soziale Projekte und abendlichen Eventbetrieb.

Der Ort selbst war noch jung. Erst fünf Jahre zuvor war das Bauwerk der Basler Architekten Burckhardt+Partner AG im Auftrag des Kantons fertiggestellt worden und bereits hatte ein Gastro-Unternehmer aufgegeben. Das ursprünglich «Jonny Parker» getaufte Lokal verkaufte zum Schluss mehr Hummus als Bier, wie das mittlerweile ebenfalls eingestellte Basler Medium «Tageswoche» seinerzeit berichtete. Dann stand die als Cafeteria konzipierte Beiz anderthalb Jahre lang leer, bis «Myy Ding» auf den Plan trat. Der Name sollte baslerische Wurzeln, Toleranz und Offenheit demonstrieren.

Die langen Betriebsferien und das Betriebsende

Jetzt ist auch «Myy Ding» Geschichte, nur knapp zweieinhalb Jahre nach der Eröffnung. Die Betreibergesellschaft hat sich aufgelöst, als Liquidator der Aktiengesellschaft amtet Daniel Bloch, der auch eine knappe Aktienmehrheit hielt. Die Auflösung erfolgte laut dem Eintrag im baselstädtischen Handelsregister bereits am 9. Januar. Auf der Website des Lokals ist dahingehend nichts vermerkt, es heisst immer noch, dass man vom 4. Dezember 2019 bis 31. Januar 2020 in den Betriebsferien weile. Entsprechend ist zurzeit im Lokal niemand erreichbar. Angaben zur Auflösung sind bislang keine erhältlich.

Die Frequenz im Park ist allerdings den starken saisonalen Schwankungen unterworfen. Besonders im Sommer halten sich viele Stadtbewohner auf der ausladenden Grossbasler Grünfläche mit Rheinblick auf. Wenige Meter vom Pavillon entfernt, allerdings rheinseitig, installierte der Kanton nach einer Reihe von Einsprachen ebenfalls 2017 die erste Buvette am Grossbasler Rheinufer. Zuvor waren diese saisonalen Gastrobetriebe vor allem vom Kleinbasler Ufer bekannt. Die neue Buvette etablierte sich rasch.

Zuständig für das Lokal ist der Kanton

Der Vorteil der Buvettenbetreiber gegenüber den Betreibern einer ganzjährigen Gastro-Einrichtung im Park liegt dabei auf der Hand. Man kann im besten Fall die hervorragend frequentierte Hochsaison abschöpfen, ohne die Nebensaisons oder den oft grauen Basler Winter zwecks Umsatzes bespielen zu müssen.

Wer oder was auf «Myy Ding» folgt, ist entsprechend offen. Zuständig für die Betreiber der Beizen auf öffentlichem Grund ist wie bei den Buvetten die Basler Allmendverwaltung. Leer stehen wird allerdings nur ein Teil des dreiflügligen Baukörpers am stadtseitigen Eingang zum Park. Im andern Teil befindet sich der offene Kindertreffpunkt «Spilruum» für Kinder und Jugendliche, der dort im Gegensatz zu den Beizern seit 2012 durchgehend ansässig ist.

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